Disney
- Andreas Deutsch - Redakteur

Walt Disney: Kommt der Befreiungsschlag?

Nach Einschätzung einiger deutscher Medien steht es überhaupt nicht gut um Walt Disney. Von „Sorgenkind“ ist da die Rede. Aber ist das nicht übertrieben? Und bietet die Kursschwäche nicht eine hervorragende Einstiegschance?

Heute wird es ernst. Walt Disney öffnet die Bücher und präsentiert die Zahlen für das im Juni zu Ende gegangene dritte Quartal. Die Analysten erwarten einen Umsatz von 14,2 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 2,6 Milliarden Dollar.

Sehr wahrscheinlich wird Disneys Sparte Studio Entertainment einmal mehr vollends überzeugen. „Star Wars“, „Dschungelbuch“, „The Avengers“ - der Bereich liefert seit Jahren einen Blockbuster nach dem anderen ab.

Deswegen richtet sich der Blick der Börse nach Börsenschluss auf die TV-Sparte, die für 42 Prozent des Konzernumsatzes und für knapp ein Drittel des operativen Konzerngewinns verantwortlich ist. Zuletzt schwächelte die Sparte, der Umsatz stagnierte im zweiten Quartal. Im ersten Halbjahr kletterte der operative Gewinn in der TV-Sparte nur um drei Prozent, während das Geschäft mit den Vergnügungsparks um 17 Prozent und das Kinogeschäft sogar um 60 Prozent stieg.

Dass es nicht rund läuft in der Mediensparte liegt zu einem großen Teil am Sportsender ESPN. Der Sender verliert zunehmend Abonnenten, derzeit sind es 88 Millionen, vor zweieinhalb Jahren waren es noch 99 Millionen.

Doch es gibt Hoffnung für ESPN. Möglicherweise kooperiert der Sportsender mit Amazon und/oder Facebook. Das wäre eine Win-win-win-Situation: ESPN würde mit seinem erstklassigen Sportcontent hohe Zusatzeinnahmen generieren, Amazon und Facebook, ständig auf der Suche eben nach hochwertigem Content, könnten ihre Nutzer länger auf ihrer Homepage halten – und so gezielt Werbung lancieren.

Aktie ist zu günstig

Walt Disney kommt derzeit auf ein 2016er-KGV von 16, was historisch günstig ist. Die schwache Entwicklung von ESPN sollte im Kurs eingepreist sein, so dass es hier Potenzial für positive Überraschungen gibt. Investierte Anleger bleiben dabei.

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