- DER AKTIONÄR

Wall Street im Zahlenrausch!

An den US-Börsen dreht sich wieder einmal alles nur um Zahlen. Eine neue Berichtssaison ist angelaufen. Entsprechend den hohen Schwankungen an der Wall Street sind auch die Ergebnisse bislang sehr gemischt ausgefallen - von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.

An den US-Börsen dreht sich wieder einmal alles nur um Zahlen. Eine neue Berichtssaison ist angelaufen. Entsprechend den hohen Schwankungen an der Wall Street sind auch die Ergebnisse bislang sehr gemischt ausgefallen - von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.

Von Thomas Bergmann

Zum Wochenauftakt meldete der weltweit größte Autokonzern General Motors seine Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal: Gelinde ausgedrückt, fielen sie sehr "bescheiden" aus. Zwischen Juli und September türmte sich ein Verlust von 1,6 Milliarden Dollar in der GuV - erheblich mehr als von den Analysten erwartet. Ein Crash blieb deshalb aus, weil mit den Gewerkschaften eine Einigung zu den Gesundheitskosten für die GM-Pensionäre erzielt wurde. Danach reduzieren sich die Belastungen in den nächsten Jahren um 15 Milliarden Dollar.

Während der Finanzkonzern Citigroup am gleichen Tag sehr solide Ergebnisse lieferte, konnte tags darauf "Big Blue" den Markt positiv überraschen. Nicht nur, dass der Nettogewinn mit 1,26 Dollar pro Aktie um 13 Cent über den Prognosen lag, auch die Aussicht auf ein prozentual zweistelliges Gewinnwachstum im laufenden Quartal überzeugte die Investoren. Der weltgrößte Internetkonzern Yahoo sorgte ebenfalls für eine gelungene Überraschung: Nettogewinn (17 Cent je Aktie) und Umsatz (932 Millionen Dollar) übertrafen jeweils die Analystenschätzungen. Mit seiner Umsatzprognose für das vierte Quartal - 1,03 bis 1,08 Milliarden Dollar - lag Yahoo im Rahmen der Erwartungen.

Enttäuschend fielen dagegen zuletzt die Zahlen von Intel und Ebay aus. Der Chiphersteller Intel verdiente im abgelaufenen Quartal 32 Cent je Aktie und damit einen weniger als erwartet. Für den Rest des Jahres äußerte sich der Chipriese zudem sehr vorsichtig: Zwischen 10,2 und 10,8 Milliarden Dollar sollen im Schlussquartal umgesetzt werden; die Schätzungen beliefen sich bislang auf 10,7 Milliarden Dollar m Schnitt. Das Online-Auktionshaus Ebay blickt ebenfalls mit Vorsicht in die Zukunft: Im vierten Quartal soll der Pro-forma-Gewinn bei 21 Cent je Aktie liegen (3. Quartal: 20 Cent) - aus Sicht der Analysten enttäuschend. 2006 will man zwischen 0,99 und 1,01 Dollar pro Anteilschein verdienen - zwei Cent weniger als die Analysten prophezeien.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten US-Giganten gute Zahlen präsentieren und damit den Börsen Zündstoff für steigende Kurse liefern. Nach den zuletzt schwächeren Börsenmonaten wäre eine Herbstrallye ganz im Sinne der Aktionäre.

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