Deutsche Bank
- Werner Sperber - Redakteur

Wal-Mart Stores und die Deutsche Bank im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II

Fuchs Kapitalanlagen setzt auf "Geiz ist alternativlos" und den Profiteur davon, Wal-Mart Stores. Die Actien-Börse stellt fest, auch bei der Deutschen Bank hat der Aktienkurs gefälligst dem Buchwert zu entsprechen. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen erklären, auch unter Barack Obama als Präsident der USA ist die Schere zwischen armen und reichen Menschen auseinandergegangen. Unter einem Präsidenten Mitt Romney dürften mittlere Einkommensschichten noch stärker an Kaufkraft verlieren und die Schere noch schneller auseinanderklaffen. Davon profitieren Billiganbieter im Einzelhandel, denn Geiz ist in den USA nicht geil, sondern bittere Notwendigkeit für immer mehr Menschen, die vor kurzem noch zur Mittelschicht gezählt haben. Jeder siebte Mensch in den USA überlebt derzeit bereits mit Essensmarken. Viele wissen nicht, dass ihnen die nun auf Chipkarte anstatt auf Papier vom Staat zum Überleben überlassenen Essensmarken zustehen und viele schämen sich, diese Chipkarten abzuholen und vom Amt aufladen zu lassen, um dann auch bei Wal-Mart Stores einzukaufen. Neben den herkömmlichen Läden betreibt Wal-Mart Stores in den USA noch die Großhandelskette Sam's Club. Hier können sowohl Privatpersonen als auch Firmen ab einer Jahresgebühr von 35 Dollar Mitglied werden. Dafür werden ihnen besonders günstige Einkaufskonditionen geboten. Nach Angaben von Sam's Club sind die Preise durchschnittlich 34 Prozent niedriger als in herkömmlichen Supermärkten. Im Vergleich zu Wettbewerbern, wie Target oder Family Dollar Stores, ist Wal-Mart Stores auch außerhalb der USA tätig; mehr als die Hälfte der insgesamt 10.351 Geschäfte befinden sich im Ausland. In Europa ist Wal-Mart Stores nur noch in Großbritannien präsent, dafür möchte der Konzern die Wachstumsregionen Südamerika, Afrika, Indien und China weiter erschließen. Fast 60 Prozent des Konzernumsatzes stammte im ersten Halbjahr 2012 aus den USA, doch das Wachstum im Ausland war mit 10,5 Prozent mehr als doppelt so hoch als im Heimatmarkt. Der Großhandel steuerte zwar erst 12,5 Prozent der Gesamtumsätze bei, jedoch waren auch hier die Wachstumsraten überdurchschnittlich hoch. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 1,80 Euro und der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr 3,87 Euro pro Anteil zu verdienen. Das entspräche einem KGV von 15. Da der Aktienkurs seit Anfang Mai stark gestiegen ist, sollten Anleger schrittweise bei möglichen Kurskorrekturen einsteigen. Das Kursziel beträgt 72,98 Euro und der Stopp-Loss sollte bei 49,62 Euro platziert werden. 

Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 300 Anteile des börsennotierten Fonds (ETF; WKN A0J C8F) auf den Index CRB von Thomsen Reuters/Jefferies zu 22,98 Euro eingebucht. Nun möchten sie noch zehn portugiesische Staatsanleihen (WKN A1A TN7) zu höchstens 84,5 Prozent aufnehmen.


Die Actien-Börse: Es hat zu gelten: Buchwert = Aktienkurs

Die Experten der Actien-Börse zitieren Matthäus Schwarz mit den Worten, "Zinsnehmen, heißt höflich gewuchert. Eine Bank betreiben, heißt höflich gestohlen.", und empfehlen die Aktie der Deutschen Bank mit einem Kursziel von 45 bis 48 Euro zum Kauf. Die Deutsche Bank, wie die allermeisten europäischen Banken, sind sehr hohe Risiken eingegangen, um die Gewinne zu steigern, bis die Finanzblase mit dem Bankrott von Lehman Brothers platzte. Nun übernimmt die vom Steuerzahler finanzierte Europäische Zentralbank (EZB) auch die Risiken der privaten Geschäftsbanken. Dafür reden die neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank nicht mehr vom Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent, wie ihr Vorgänger, sondern nur mehr von zwölf Prozent. Vor diesem Hintergrund bleibt der Buchwert, um den Börsenwert einzuschätzen. Der Buchwert je Aktie zeigt an, wie hoch die realen und geprüften Vermögenswerte im Verhältnis zum Börsenkurs sind. In diesen Buchwerten könne nach allen Prüfungen kein größeres Risiko mehr enthalten sein. Als Prüfungen gelten für die Experten die der EBA (European Banking Authority), also der Europäischen Bankaufsichtsbehörde, die der Ratingagenturen sowie die Beschlüsse des sogenannten Abkommens "Basel III". Demzufolge müsste der Aktienkurs einer gut geführten Bank in etwa dem Buchwert entsprechen: Buchwert = Aktienkurs. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) der Deutschen Bank beträgt 0,42. (Anmerkung der Redaktion: Der Abschlag vom Aktienkurs zum Buchwert beträgt also 58 Prozentpunkte beziehungsweise, um ein KBV von 1 zu erreichen, müsste der Aktienkurs um 138 Prozent auf mehr als 78 Euro steigen.) Die soeben vorgelegte Strategie der neuen Führungsspitze lautet: Sparen und Korrekturen im Angebot. Das Ziel von zwölf Prozent Kapitalrendite nach Steuern sind im internationalen Vergleich das Minimum, 15 Prozent ist der Durchschnitt. Das neue Führungs-Duo beginnt also bescheiden. Demnach ist ein KBV von 1 vorerst unmöglich, auch da es der Deutschen Bank an den nötigen qualifizierten Mitarbeitern fehlt, um das Kreditgeschäft mit der Industrie und dem Mittelstand in Deutschland deutlich auszuweiten. Demzufolge sind die Spitzenkurse aus den Jahren 2010 und 2011 von 45 bis 52 Euro realistische Kursziele, wenn die Quartalszahlen passen. Nach Lage der Dinge müsste die Hilfe der EZB schon zum Jahresende wesentliche Korrekturen in der Bilanz möglich machen, also die Risiken sinken lassen.

(Matthäus Schwarz war zu Beginn des 16. Jahrhunderts Hauptbuchhalter von Jakob Fugger, vom Familienzweig "von der Lilie". Die Fugger sind ein schwäbisches Kaufmannsgeschlecht, das seit dem Jahr 1367 in der Freien Reichsstadt Augsburg ansässig war. Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Familienvermögen an die beiden Familienzweige "vom Reh" und "von der Lilie" aufgeteilt. Die beiden Zweige gingen danach vollständig eigene Wege. Das Geschäft der Fuggers "vom Reh" wurde Ende des 15. Jahrhunderts zahlungsunfähig. Die Fuggers "von der Lilie" wurde europaweit zu einem Synonym für Reichtum. Dieser Zweig wurde ab dem Jahr 1511 adlig; ab der Mitte des 16. Jahrhunderts erhielten die Mitglieder der Fuggers "von der Lilie" hohe kirchliche und weltliche Posten.)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Commerzbank und Deutsche Bank: Kleine Fische

Am Freitag hatten Citigroup, JPMorgan Chase und Wells Fargo ihre Ergebnisse zum abgelaufenen Geschäftsquartal präsentiert und die Märkte positiv überrascht. Und auch die Bank of America (BofA) weiß zu glänzen und stellt am Montagnachmittag eine saubere Bilanz vor. Angesichts der starken Zahlen … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Commerzbank, Deutsche Bank - so handeln Sie jetzt!

Die Zinsen steigen, doch den deutschen Geldhäusern hilft das am Donnerstag reichlich wenig. Commerzbank und Deutsche Bank fallen stärker als der Markt. Offensichtlich wiegt die Schuldenproblematik schwerer als die Sorgen um einen weltweiten Konjunktureinbruch. Aus technischer Sicht könnten die … mehr