Daldrup & Soehne
- DER AKTIONÄR

Während andere nach Öl suchen, …

… findet die Firma Daldrup & Söhne heißes Wasser. Geothermie muss sich in Europa erst noch beweisen, ist jedoch auf dem besten Weg, die dritte große Säule der erneuerbaren Energien zu werden.

… findet die Firma Daldrup & Söhne heißes Wasser. Geothermie muss sich in Europa erst noch beweisen, ist jedoch auf dem besten Weg, die dritte große Säule der erneuerbaren Energien zu werden.

Egal, wohin der Ölpreis in den kommenden Jahren auch marschiert: Für öffentliche Schwimmbäder beispielsweise werden die Heizkosten immer einen enorm großen Fixkostenblock darstellen.Doch es geht auch anders: In rund zwei bis fünf Kilometern Tiefe sprudeln unzählige heiße Warmwasserquellen. Einmal angezapft, ist die Unabhängigkeit von den Energiekosten nahezu ewig sichergestellt. Dabei kann das oft über 100 Grad heiße Nass nicht nur zum Heizen genutzt werden – auch Dampfturbinen zur Stromerzeugung lassen sich damit antreiben.

Verbesserter Rahmen

Bisher haben Kommunen die hohen Bohrkosten von bis zu mehreren Millionen Euro von der Nutzung der Geothermie abgehalten. Zu hoch war das Risiko, keine geeignete Quelle anzapfen zu können. Das sieht seit der Novellierung des EEG Anfang 2008 anders aus: Die bundeseigene KfW Förderbank übernimmt das Ausfallrisiko fast komplett.
Direkter Profiteur dieser Förderung ist die Firma Daldrup & Söhne, die seit rund 60 Jahren im Bohrgeschäft tätig ist. „Optimismus wäre tief gestapelt“, beschreibt Vorstandsvorsitzender Josef Daldrup die Aussichten im Bereich der Tiefenbohrungen für die Geothermie im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

"Die Auftragsbücher sind voll"

Erst vor Kurzem hat Daldrup eine neue Tiefenbohranlage bis 5.000 Meter geordert; schon denkt der Chef über die Bestellung einer Zweiten nach. Denn neben der hohen Nachfrage aus Deutschland mehrt sich das Interesse aus dem Ausland. In Holland beispielsweise eignet sich Geothermie hervorragend, um die überdimensionalen Gewächshäuser zu heizen. Da kommt das jüngst von der EU-Kommission verbindliche Maßnahmenpaket zur Förderung erneuerbarer Energien in Europa wie gerufen.

Fazit

Von den guten Aussichten scheinen auch institutionelle Anleger angetan: „Das Interesse ist sehr groß“, so Daldrup. Umsatz- oder Gewinnprognosen möchte er allerdings nicht abgeben. DER AKTIONÄR schätzt, dass die seit Ende 2007 gelistete Firma im laufenden Jahr – nach 28 Millionen Euro in 2007 – rund 35 Millionen Euro erlösen dürfte; der Gewinn könnte im gleichen Zeitraum von 0,55 auf 1,00 Euro steigen.

Nicht um jeden Preis

Daldrup agiert im jungen Markt der Geothermie. Diese Branche muss sich in Europa erst noch beweisen. Daher scheint das 2008er-KGV von 25 äußerst ambitioniert. Dennoch sollten Anleger den Wert auf der Watchlist behalten. Denn womöglich kann die Firma weit mehr bieten als erwartet. Bis genauere Zahlen vorliegen, ist der Titel deshalb eine Halteposition.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 06/2008.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: (E-)Autokonzerne, VW, Fiat, Ford und Renault-Nissan, Daldrup & Söhne sowie IBM unter der Lupe

Die Börse am Sonntag beschäftigt sich mit den deutschen, japanischen und chinesischen Automobilkonzernen sowie Elektroauto-Herstellern. Die Euro am Sonntag fährt ab auf: Volkswagen, Fiat, Ford und Renault-Nissan. Der Anlegerbrief performaxx erwartet viel Kurs-Kraft aus der Transformation von Daldrup & Söhne. Der Strategie-Report steht auf die enorme Stabilität von International Business Machines, IBM. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: KTG Agrar, DAX, Intel, Johnson Controls, SKW Stahl-Metallurgie und andere unter der Lupe

Die Aktien-Strategie hält KTG Agrar für ein bodenständiges, attraktives Investment. Börse Online will auch bei einer schwachen DAX-Entwicklung gutes Geld verdienen und hat dazu ein passendes Derivat. Der Aktionärsbrief kürt Intel zum "Bullen der Woche". Der Trend Invest Report sieht spekulative Chancen für Johnson Controls. Trade24 setzt auf SKW Stahl-Metallurgie. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr