Wacker Neuson
- Werner Sperber - Redakteur

Wackerer Neuson legt deutlich zu - Wie geht es weiter?

Die Aktie von Wacker Neuson hat sich in den vergangenen beiden Tagen um rund 15 Prozent verteuert. Konkrete Gründe für den Anstieg sind nicht auszumachen. Der Hersteller von hochwertigen Baumaschinen hat sich allerdings bis zum 5. Februar bei der Konferenz und Ausstellung "World of Concrete" im US-amerikanischen Las Vegas präsentiert. Nachdem das erste Kursziel bereits im September 2009 erreicht worden ist, stellt sich nun die Frage, ob sich ein Einstieg weiter lohnt.

Die Aktie von Wacker Neuson ist seit der Empfehlung des AKTIONÄRS Ende März bis zum Überschreiten des Kursziels Anfang/Mitte September 2009 bei Notierungen von 9,50 Euro um 70 Prozent im Wert gestiegen. Seit gestern legen die Papiere wieder stark zu und haben damit zum einen die charttechnische Unterstützungslinie bei acht Euro und die 200-Tagelinie überwunden. Zum anderen bewegt sich der Kurs nun wieder in der seit August 2009 gültigen Bandbreite zwischen acht Euro und 9,50 Euro und notiert nun auch bei Kursen oberhalb der 38-Tagelinie. Weitere horizontale Widerstände liegen bei neun Euro und bei 9,50 Euro.

Nach dem Ausrutscher wird es besser

Fundamental wird Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Georg Sick bei der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2009 am 26. März den ersten Verlust der Unternehmensgeschichte bekannt geben. Analysten schätzen das Minus auf 0,45 Euro je Aktie. Sie gehen allerdings auch davon aus, dass der in München ansässige Entwickler und Produzent hochwertiger Baugeräte und Baumaschinen der Kompaktklasse im laufenden Jahr 0,24 Euro je Anteilschein verdienen wird und im Jahr 2011 sogar 0,61 Euro pro Aktie. Das würde Kurs-Gewinn-Vielfachen von 37 beziehungsweise 15 entsprechen. Zudem wird der Konzernchef erklären, wie hoch die außerordentlichen Abschreibungen auf immaterielle Werte tatsächlich vorgenommen worden sind. Diese Abwertungen beziehen sich vor allem auf Neuson-Kramer, mit der sich die damalige Wacker Construction Equipment Ende des Jahres 2007 zusammengeschlossen hat. 

Wacker Neuson bleibt finanzstark

Die große Stärke von Wacker Neuson war die finanzielle Stärke des Konzerns. Zum 30. September wies das Unternehmen Eigenkapital von 887 Millionen Euro, eine Eigenkapitalquote von 79,8 Prozent und eine Netto-Verschuldung von 5,4 Millionen Euro aus. Imre Szerdahelyi, Leiter Unternehmenskommunikation, schätzt die Auswirkungen der Firmenwertabschreibungen als nur sehr gering ein. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR ging er von einer Eigenkapitalquote von 77 bis 78 Prozent zum Jahresende 2009 aus. Ob der Konzern vorläufige Zahlen für 2009 präsentieren wird, ist offen, da die Ergebnisse der vielen Tochterfirmen mit einem entsprechenden Zeitaufwand erst zusammengetragen werden.


Zuversicht für das US-Geschäft

Auch über eine unliebsame Baustelle bei Wacker Neuson gibt es derzeit keinen neuen Erkenntnisstand. Hans Neunteufel, ehemaliger Chef von Neuson Kramer, hat sich gerichtlich wieder zum Aufsichtsratsvorsitzenden von Wacker Neuson machen lassen, nachdem ihn das Kontrollgremium von diesem Posten entfernt hatte. Wacker Neuson strebe eine baldige Klärung des Sachverhaltes an, wobei es anscheinend auch im Unternehmen selbst nicht klar ist, um was es eigentlich geht. Imre Szerdahelyi versicherte aber, das dieses Thema keine Auswirkungen auf das operative Geschäft gehabt hat. Jüngst präsentierte sich Wacker Neuson in Las Vegas bei der "World of Concrete", wobei der Zuspruch dort gut gewesen sei. Wacker Neuson ist zufrieden. Szerdahelyi erklärte: "Ausgehend von einem niedrigen Niveau haben wir einen ansteigenden Trend im Zuspruch aus den USA festgestellt."

Fundamental und charttechnisch in Ordnung

Da der Streubesitz bei Wacker Neuson nur rund 25 Prozent beträgt, reichen schon kleine Handelsumsätze mit den Aktien, um die Notierung deutlich zu bewegen. Die aktuellen Ausschläge nach oben haben allerdings lediglich dazu geführt, dass die Aktie wieder in den charttechnisch geregelten Bahnen notiert. Die beiden seit Ende des Jahres 2008 und seit Juni 2009 gültigen Aufwärtstrends sind intakt. Die operative Entwicklung ist auch positiv und zuletzt ist die Aktie von Wacker Neuson mit sehr viel höheren KGVs bewertet gewesen. Ein weiterer Anstieg ist also möglich. Der Stoppkurs sollte bei 7,80 Euro gesetzt werden und das Kursziel beträgt zwölf Euro.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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