- DER AKTIONÄR

Wachstum durch Sanierung

Seit dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 hat die IT-Branche mit hohem Wettbewerbsdruck und fallenden Margen zu kämpfen – viele Anbieter gerieten über die Jahre in Schieflage. Mit der Datagroup IT-Services geht jetzt ein Unternehmen an die Börse, das sich diesem Trend erfolgreich widersetzen konnte. Ursprünglich sollten hierzu im Sommer 2,3 Millionen neue Aktien ausgegeben werden.

In der IT-Branche tobt seit Jahren ein harter Konkurrenzkampf, der bereits einige Opfer gefordert hat. Datagroup will in Zukunft von diesem Umstand profitieren.

Seit dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 hat die IT-Branche mit hohem Wettbewerbsdruck und fallenden Margen zu kämpfen – viele Anbieter gerieten über die Jahre in Schieflage. Mit der Datagroup IT-Services geht jetzt ein Unternehmen an die Börse, das sich diesem Trend erfolgreich widersetzen konnte. Die Schwaben bieten ihren Kunden neben dem Aufbau von EDV- und Kommunikations-Infrastruktur auch Sicherheitslösungen wie Backup-Systeme und Antivirensoftware an. Zudem können Firmen ihren IT-Bereich teilweise oder vollständig an die Spezialisten outsourcen. Neben großen Industrieunternehmen zählen vor allem die Verwaltungsapparate der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Bayern zu den Kunden von Datagroup. Erst kürzlich kaufte der Freistaat neue Software zur Bearbeitung von BAFöG-Anträgen – weitere Aufträge von Länderseite sind so gut wie sicher.

Potenzial heben

Doch allein die gute Auftragslage ist dem IT-Spezialisten nicht genug. Während der Rest der Branche immer noch mitten in Konsolidierungsüberlegungen steckt, plant man in Pliezhausen die Expansion und möchte verstärkt kleinere Konkurrenten akquirieren. Ursprünglich sollten hierzu im Sommer 2,3 Millionen neue Aktien ausgegeben werden, dieses Vorhaben verschwand aber bei der Verlegung des Termins aufgrund des schlechten Marktumfeldes wieder in der Schublade. Die aktuellen Pläne sehen die Platzierung von 1,4 Millionen Aktien zu 3,20 Euro vor, von denen eine Million aus einer Kapitalerhöhung und 400.000 von den Altaktionären stammen. Die restlichen 1,3 Millionen Aktien aus dem genehmigtem Kapital werden zunächst nicht emittiert, was der aktuellen Marktlage deutlich besser angepasst erscheint. Auch der Zeitpunkt für die neue Strategie ist gut gewählt, denn die Nachfrage nach Technologieinvestitionen steigt seit 2005 wieder spürbar an. Dennoch gibt es viele kleine Agenturen, die es bisher nicht geschafft haben, ihre Kosten in den Griff zu bekommen und daher wenig vom Aufschwung mitnehmen. Über ein zentrales Rechnungswesen, Controlling und Marketing plant Datagroup, das Einsparpotenzial bei den Zukäufen zu heben, um diese innerhalb weniger Monate rentabel zu machen.

Auf Wachstumskurs

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte man bei einem Umsatz von 15,5 Millionen Euro einen Gewinn je Aktie von 14 Cent, für das zweite Halbjahr rechnet man mit ähnlichen Werten. In den nächsten beiden Geschäftsjahren soll durch die Akquisitionsstrategie eine Umsatzsteigerung von jährlich 25 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von sieben Prozent erreicht werden. Dies wäre deutlich mehr als der Branchendurchschnitt. Allerdings dürften die Abschreibungen auf die erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte das Ergebnis der Datagroup mittelfristig noch belasten, auf lange Sicht sollte sich der eingeschlagene Kurs jedoch auszahlen.

Chancen überwiegen

Auf Basis der Zahlen für das abgelaufene erste Halbjahr ist der Wert mit 3,20 Euro günstig bewertet – der faire Wert ist bei rund vier Euro anzusiedeln. Anleger sollten die Aktie auf jeden Fall zeichnen – an schwachen Tagen können langfristige Positionen aufgebaut werden.

ISIN: DE000A0JC8S7, Handelssegment: Entry Standard, Erstnotiz: 14.09.06, Zeichnungsfrist: 05. bis 08.09.06, Preisspanne: 3,20 Euro (Festpreis), Konsortium: Süddeutsche Aktienbank.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 37/2006.

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