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Wachgeküsst

Dass Geduld an der Börse oftmals fürstlich entlohnt wird, zeigt eindrucksvoll die Aktie von ProSiebenSat.1. Als DER AKTIONÄR das Papier im Juni 2003 empfahl, kostete es nur 5,95 Euro. Seitdem hat sich die Aktie fast vervierfacht. Ein exzellentes Geschäft hat auch Haim Saban gemacht. Der US-Milliardär war im Frühjahr 2003 für 525 Millionen Euro bei ProSiebenSat.1 eingestiegen.

Durch die Übernahme von ProSiebenSat.1 steigt das Anlegerinteresse an der Medienbranche. Doch welche Aktien sind kaufenswert?

Dass Geduld an der Börse oftmals fürstlich entlohnt wird, zeigt eindrucksvoll die Aktie von ProSiebenSat.1. Als DER AKTIONÄR das Papier im Juni 2003 empfahl, kostete es nur 5,95 Euro. Seitdem hat sich die Aktie fast vervierfacht. Ein exzellentes Geschäft hat auch Haim Saban gemacht. Der US-Milliardär war im Frühjahr 2003 für 525 Millionen Euro bei ProSiebenSat.1 eingestiegen. Nun hat er seinen 50,5-Prozent-Anteil für 3,1 Milliarden Euro an KKR und Permira verkauft. Die beiden Finanzinvestoren machten das Rennen gegen den türkischen Medienkonzern Dogan. Kaum war der Deal in trockenen Tüchern, machten KKR und Permira klar, was sie von ProSiebenSat.1 erwarten: eine deutliche Verbesserung der Ertragskraft. Um dies zu erreichen, wollen sie die Münchener mit der ebenfalls von ihnen kontrollierten TV-Gruppe SBS Broadcasting verschmelzen. Gemeinsam kämen die beiden Medienkonzerne auf einen Jahresumsatz von knapp drei Milliarden Euro. Dann wäre nur noch RTL größer (rund fünf Milliarden Euro Umsatz im Jahr), was sich laut KKR und Permira aber schon bald ändern soll.

Springer bald am Zug?

Dass KKR und Permira den Bieterkampf um ProSiebenSat.1 für sich entscheiden konnten, hat man bei der Axel Springer AG mit großer Freude aufgenommen. Der Berliner Medienkonzern hatte selbst großes Interesse an einer Übernahme des MDAX-Konzerns, war aber im Februar am Widerstand des Kartellamts gescheitert. Vor Kurzem forderte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber eine Liberalisierung des Kartellrechts, sodass sich Springer berechtigte Hoffnungen machen kann, in einiger Zeit ProSiebenSat.1 doch noch zu übernehmen. Denn es gilt als sicher, dass KKR und Permira Pro-SiebenSat.1 bald gewinnbringend wieder abstoßen werden. Springer-Chef Matthias Döpfner verfolgt eine vielversprechende Strategie: Er will die hiesige Printmarktführerschaft (Bild, Welt, Hörzu) ausbauen, im Ausland expandieren und das Multimediageschäft stärken. Darüber hinaus könnte der Konzern nach der Erhöhung des Streubesitzes auf 26 Prozent Anfang Dezember schon bald in den MDAX aufsteigen, womit die Aktie deutlich attraktiver würde. Positiv für Springer – ebenso für Pro-SiebenSat.1 – ist zudem, dass der Werbemarkt in Deutschland durch die steigende Konjunktur zulegt. Laut dem Branchenverband ZAW wird 2007 das vierte Wachstumsjahr in Folge.

Drei mit Potenzial

Kaum ein Unternehmen hat solch bewegende zwölf Monate hinter sich wie Premiere. Nach dem Verlust der Bundesligarechte Ende 2005 drohte das Aus, doch das Unternehmen hat noch mal die Kurve gekriegt. Ein cleverer Schachzug ist das neue Pre-Paid-Konzept, durch das die Kundenzahl deutlich steigen könnte. Für 2007 erwartet Premiere einen leichten Anstieg bei den Abonnenten auf 3,5 bis 3,6 Millionen. Wegen Kosteneinsparungen dürfte sich das EBITDA auf 120 bis 140 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Premiere wird bereits seit Längerem als Übernahmekandidat gehandelt. Ebenfalls auf dem aufsteigenden Ast sind EM.TV und Constantin. Vor allem durch das boomende Segment Sport hat EM.TV in den ersten neun Monaten 2006 die Gewinnzone erreicht. Für zusätzliche Kursfantasie sorgt der jüngst erfolgte Einstieg von Highlight bei EM.TV. Beide Unternehmen wollen in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Constantin hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Allein „Das Parfum“ lockte 5,5 Millionen Besucher in die Kinos. „Apocalypto“ von Mel Gibson (läuft zurzeit), „Schwere Jungs“ (startet Mitte Januar) und „Neues vom Wixxer“ (Premiere im März) dürften in diesem Jahr ebenfalls die Constantin-Kassen klingeln lassen.

Attraktives Quintett

Die Übernahme von ProSiebenSat.1 bringt Bewegung in die deutsche Medienbranche. Für konservative Anleger erscheint derzeit besonders Axel Springer interessant; wer es spekulativer mag, für den bieten sich Premiere, EM.TV und Constantin an. Ebenfalls einen genauen Blick wert ist die russische CTC Media.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 02/2007.

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