Volkswagen
- Jochen Kauper - Redakteur

VW-Chef Matthias Müller braucht „eisernen Besen“

Der neue VW-Chef Matthias Müller muss nach Ansicht von Aktionärsvertretern die Manipulationen an Dieselfahrzeugen rasch und umfassend aufklären. "Er muss den Skandal transparent machen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Und das weltweit", sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, der Deutschen Presse-Agentur. "Man muss letztlich mit dem eisernen Besen da durchgehen. Diejenigen, die den Skandal verursacht haben, müssen bestraft werden", betonte Hocker. Zudem müsse der neue Konzernchef die Ertragskraft erhalten - auch damit der Autobauer die zu erwartenden Strafzahlungen schultern könne.

 

„So geht es nicht weiter“

Die seit längerem geplanten Strukturreformen im Konzern bezeichnete der Aktionärsschützer als überfällig. "Auf den vergangenen Hauptversammlungen wurde immer wieder moniert, ob so ein global agierender Konzern mit 600.000 Mitarbeitern zentral geführt werden kann. Mit dem Skandal hat man jetzt den Beweis, dass das nicht so weitergeht." VW will nach Darstellung seines Aufsichtsrates den Einfluss von der mächtigen Zentrale in Wolfsburg verstärkt an die einzelnen Marken und Regionen delegieren. Vor allem, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können.
Der neue VW-Chef stehe nicht auf verlorenem Posten, die Krise treffe den Konzern in einer soliden Verfassung. "Der Konzern wird gebeutelt werden, aber ist stark genug, diese Krise zu überstehen", meinte Hocker. Müller besitze das Vertrauen der Familien Porsche und Piëch. "Das Vertrauen der Großaktionäre ist besonders wichtig." Zudem kenne er den Konzern als "VW-Gewächs" im Detail. Als Porsche-Chef habe der Techniker Müller seine Managerqualitäten bereits unter Beweis gestellt.

Porsche stockt auf – was passiert mit der VW-Aktie?

 

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