Volkswagen
- Jochen Kauper - Redakteur

VW rudert in China zurück – Dieselskandal geht in die nächste Runde und neue Störfeuer aus Südkorea

VW rudert in China zurück. Statt einem Plus von 4,0 Prozent erwartet VW bei den Verkäufen in China nun ein „im Vergleich zum Vorjahr flacheres oder sogar niedrigeres Verkaufsvolumen“. So zumindest äußerte sich Jochem Heizmann, Präsident und CEO der Volkswagen China Group, gegenüber der Zeitung Nikkei.

VW kommt in seinem wichtigsten Einzelmarkt ins stottern. Chinas Festland und Hongkong zusammen trugen 2017 mehr als 40 Prozent zum weltweiten Absatz bei.

Störfeuer

Für VW gibt es derzeit Störfeuer von mehreren Seiten. Die letzten Zulassungszahlen waren aufgrund des neuen Abgastestes WLTP extrem schwach, dann verschob die Premium-Tochter Audi den Marktstart für den Elektroflitzer e-tron. Und auch was das Diesel-Dilemma angeht, kommt der VW-Konzern einfach nicht zur Ruhe. Südkorea verstärkt den Druck auf VW. Die Kläger wollen den Kaufpreis der Autos plus Zinsen und sogar noch eine Entschädigung oben drauf. Ein Urteil soll es Anfang 2019 geben. Die Kanzlei Barun in Südkorea vertritt knapp 5.000 Kunden.

Abwarten
Der Autobauer hat derzeit viele Probleme zu bewältigen. Das Diesel-Dilemma haben die Börsen wohl bereits abgehakt. Nicht aber die Schwierigkeiten, die der neue Abgastest WLTP mit sich bringt oder die neuen CO2-Standards ab 2030. Derzeit haben die Autohersteller mehr und mehr SUVs in ihren Angebotspaletten. Dadurch werden aber auf die CO2-Emissionen immer höher. Die Autobauer stecken also auch hier in der Zwickmühle und schieben das Problem immer weiter vor sich her.


Alles eingepreist?
Das Schlimmste könnte in den Kursen der Autobauer aber eingepreist sein. Die Gewinnwarnung von Daimler konnte die Anleger nicht mehr wirklich schocken. Die Aktie tauchte kurzzeitig zwar um fünf Prozent ab. Erholte sich aber im Verlauf wieder.

Dennoch: Was die VW-Aktie betrifft, so rät DER AKTIONÄR weiterhin dazu, abzuwarten bis die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht werden.

 

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