Vossloh
- Werner Sperber - Redakteur

Vossloh bleibt auf dem Gewinnergleis

Anleger nehmen derzeit Gewinne bei der Aktie von Vossloh mit. Das macht diesen Investoren Freude und sorgt bei anderen für günstige Einstiegskurse. Der Verkehrs- und Bahntechnologie-Spezialist ist im Vergleich zu Wettbewerbern günstig bewertet.

Vorstandssprecher Werner Andree und Technik-, Vertriebs- und Personalvorstand Dr.-Ing. Norbert Schiedeck wollen nach der Zeit der Investitionen nun eher wieder verdienen. Das Management des in Werdohl ansässigen Verkehrs- und Bahntechnologie-Spezialisten Vossloh will dazu die Finanzlage verbessern. Zum 30. September 2010 beliefen sich die flüssigen Mittel nur mehr auf 74 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote erreichte lediglich 38,3 Prozent und als Nettoschulden wurde ein Betrag von 173,5 Millionen Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2010 soll die Eigenkapitalquote bereits wieder auf 41,9 Prozent steigen und im Jahr 2012 sollen 46 Prozent erreicht werden. Die Nettoschulden sollen auf 100 bis 150 Millionen Euro sinken und auch im kommenden Jahr weniger als 150 Millionen Euro betragen.

Rail Services ist planmäßig erfolgreich

Zu diesen Verbesserungen tragen die Großaufträge unter anderem aus Libyen, Schweden und der Volksrepublik China bei, welche ein stetiges organisches Wachstum ermöglichen. In China hat Vossloh zudem mit zwei chinesischen Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Weichen gegründet. Auch in Russland ist der Markteintritt mit einem ersten Auftrag für Schienenbefestigungen geglückt. Nach dem Anfang des Jahres 2010 abgeschlossenen Zukauf des neuen Geschäftsfelds "Rail Services", in dem Vossloh Dienstleistungen rund um den gesamten Lebenszyklus des Produkts Schiene anbietet, entwickelt sich auch diese Sparte planmäßig erfolgreich.

Konstant steigende Gewinne

Der Vorstand prognostiziert für die Jahre 2010 bis 2012 Umsätze von rund 1,35 Milliarden Euro bis 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2012. Bei einer konstanten EBIT-Marge von 11,0 bis 11,5 Prozent dürfte der Überschuss von 93 Millionen auf 100 Millionen Euro steigen. Als Gewinne je Aktie erwartet das Management 7,00 Euro beziehungsweise 7,20 Euro im Jahr 2011 und 7,50 Euro im Jahr 2012. Analysten sind hier optimistischer, sie schätzen die Ergebnisse pro Anteilschein auf 7,12 Euro bis 7,71 Euro im nächsten Jahr, was KGVs von 13 respektive 12 entspräche.

Kursziel 120 Euro

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 beziehungsweise 12 ist die Aktie von Vossloh im Vergleich zu Wettbewerbern günstig bewertet. Noch billiger sind vor allem Werte aus Asien. Fundamental lassen sich demnach höhere Notierungen rechtfertigen. Nach dem Ende der Gewinnmitnahmen dürften nach Ansicht des AKTIONÄRs Kurse von bis zu 120 Euro erreicht werden. Der Stoppkurs sollte bei 79 Euro gesetzt werden.

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