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Vorteil Raiffeisen

Vierter in der Weltrangliste: Was kommt nach dem erfolgreichen Börsendebüt von Raiffeisen International? RI ist der erste rein osteuropäische Bankentitel an der Wiener Börse.

Vierter in der Weltrangliste: Was kommt nach dem erfolgreichen Börsendebüt von Raiffeisen International?

Von Nancy Lanzendörfer

Wenngleich sich in Wien in diesem Jahr "nur" drei Unternehmen an die Börse trauten, spielt Österreich bei Neuemissionen ganz oben in der Weltrangliste mit - gemessen am IPO-Volumen. Denn Raiffeisen International (RI) feierte am 25. April nicht nur das größte Going Public in der Geschichte der Alpenrepublik, sondern mit einem Volumen von 1,11 Milliarden Euro auch weltweit das viertgrößte in diesem Jahr. Die Emission war rund 22fach überzeichnet. Heute steht die Aktie bereits 33 Prozent über dem Ausgabepreis von 32,50 Euro. Ist sie da noch kaufenswert?

Position im Wachstumsmarkt …

RI bündelt die Osteuropa-Aktivitäten der österreichischen Raiffeisen Zentralbank. Damit ist die Aktie der erste rein osteuropäische Bankentitel in Wien. Das Unternehmen operiert bereits in 15 Märkten Zentral- und Osteuropas und hat dort ein riesiges, hochprofitables Filialnetz aufgebaut. RI strebt aber noch weitere Zukäufe an, um verstärkt vom Wachstum in dieser aufstrebenden Region zu profitieren. So sind beispielsweise die erzielbaren Zinsspannen in Zentraleuropa mit 3,4 bis über fünf Prozent noch deutlich höher als in Österreich, wo sie unter zwei Prozent liegen. Übernimmt RI die ukrainische Bank Aval, mit der sie bis Ende Mai ein exklusives Verhandlungsmandat vereinbart hat, würde sich ihr Filialnetz Presseberichten zufolge dort noch einmal mehr als verdoppeln.

...zahlt sich aus

Dass sich RI nicht nur flächenmäßig auf Wachstumskurs befindet, sondern auch finanziell, belegte das ATX-Unternehmen erst am vergangenen Freitag: Nach Rekordergebnissen im letzten Jahr veröffentlichte RI für das erste Quartal 2005 einen Periodenüberschuss vor Steuern von 133 Millionen Euro nach 79 Millionen im Vorjahreszeitraum, während sich der Gewinn nach Minderheitenanteilen auf 93 Millionen verdoppelte. Doch damit nicht genug: Bis 2007 rechnen die Analysten von Merrill Lynch, die RI an die Börse begleitet haben, mit einem jährlichen Wachstum zwischen 20 und 25 Prozent beim Vorsteuergewinn. Auch die Anleger können am Erfolg teilhaben, denn die Österreicher wollen 15 bis 20 Prozent des Gewinns als Dividende ausschütten.

Noch kaufenswert

Die RI-Aktie ist mit einem 2006er-KGV von 14,5 mittlerweile höher bewertet als die Titel der österreichischen Wettbewerber BA-CA und Erste Bank. Der Vorteil von RI ist jedoch, dass die Bank nur im Osten agiert und so nicht wie die Konkurrenz die Erträge aus dieser Region mit dem margenschwachen Inlandsgeschäft verrechnen muss. Die Profitabilität (Return on Equity) von RI beispielsweise liegt im Gegensatz zur Konkurrenz bei über 20 Prozent. Auch Anleger, die nicht - wie in Ausgabe 16 des aktionärs empfohlen - eine Position in RI-Aktien aufgebaut haben, können die Anteilscheine auf dem aktuellen Niveau noch kaufen.

Raiffeisen International

 

ISIN AT0000606306
Kurs am 27.05.2005 45,80 €
Empfehlungskurs 44,32 €
Ziel 59,00 €
Stopp 37,00 €
KGV 05/06e 15
Chance/Risiko 3/2

Artikel aus DER AKTIONÄR 22/05

 

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