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Vorsicht, Hedge-Fonds!

Sie sind wieder da: Hedge-Fonds haben sich eine Beteiligung an der Heidelberger Druckmaschinen AG gesichert. Der hohe Streubesitz nährt nun Spekulationen auf einen "Angriff"à la Deutsche Börse.

Sie sind wieder da: Hedge-Fonds haben sich eine Beteiligung an der Heidelberger Druckmaschinen AG gesichert. Der hohe Streubesitz nährt nun Spekulationen auf einen "Angriff"à la Deutsche Börse.

Von Florian Söllner

Noch sind Beteiligungsverkäufe steuerfrei. Experten zufolge könnte sich dies jedoch bei einem Regierungswechsel wieder ändern. Das mag das Hauptmotiv der Commerzbank sein, sich von "nicht strategischen" Beteiligungen zu trennen. Nun wurde sogar die seit 1931 bestehende Verbindung mit der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) gelöst. Händlern zufolge wurden zehn Prozent des Traditionsunternehmens nahe des 52-Wochen-Hochs zwischen 27,75 und 28,25 EUR verkauft.

Aufhorchen ließ dabei die zwischenzeitlich von der Commerzbank bestätigte Meldung, dass Hedge-Fonds diese Gelegenheit zum Einstieg genutzt hätten - die berüchtigten Fonds sollen rund sieben Prozent der Aktien eingesammelt haben. Spätestens seitdem englische Hedge-Fonds im Handstreich die Macht bei der Deutschen Börse übernommen und den Vorstandschef Seifert sowie seine Pläne zur Übernahme der Londoner Börse zu Fall gebracht haben, geht in deutschen Chefetagen die Angst um. Selbst DaimlerChrysler und Siemens wurden zuletzt als mögliche Ziele genannt.

Auch Heideldruck fällt durch einen hohen Streubesitz auf - eine ideale Spielwiese für Hedge-Fonds. Denn je breiter die Aktien unter den Investoren verteilt sind, desto leichter fällt es den angriffslustigen Fonds, schon mit kleinen Positionen Druck auf die Firma auszuüben. Bereits 2004 hatte RWE einen 35 Prozent Anteil an dem Druckmaschinenhersteller veräußert. Nach dem Commerzbank-Verkauf belaufen sich die im freien Handel verfügbaren Anteile auf 67 Prozent. Durch eine von RWE offerierte Wandelanleihe erhöht sich der Streubesitz bis 2007 sogar auf 82 Prozent. Man darf gespannt sein, wie lange des dauert, bis mächtige Fonds diese Einladung für zumindest eine kurzfristige und kursfördernde Machtdemonstration wie im Fall Deutsche Börse annehmen.

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