Deutsche Wohnen
- Thomas Bergmann - Redakteur

Von wegen Zinswende - Immo-Aktien auf Rekordfahrt

Es ist nicht erst seit heute so, dass die Kurse von Immobilien-Aktien steigen. Trotz vermeintlich anhaltender Zinsangst demonstrieren Aktien wie Vonovia, Deutsche Wohnen oder Aroundtown seit Wochen eine hohe relative Stärke. Heute liefern einige Unternehmen die Bestätigung für die Kursavancen.

Deutsche Wohnen: Zinskosten von 1,3 Prozent

Die Deutsche Wohnen, hinter Vonovia die Nummer 2 auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt, berichtete über ein ganz starkes drittes Quartal. Der FFO I (das operative Ergebnis nach laufenden Zinsen und Steuern) erhöhte sich im Vorjahresvergleich um elf Prozent auf 367,1 Millionen Euro, der Net Asset Value (nach EPRA) seit Jahresbeginn um sechs Prozent auf 37,76 Euro je Aktie. Bemerkenswert: Die durchschnittliche Restlaufzeit der Finanzverbindlichkeiten liegt bei knapp acht Jahren bei Zinskosten von 1,3 Prozent.

Wegen des positiven Geschäftsverlaufs in seinen Kernstädten Berlin, Leipzig und Dresden hat das Unternehmen seine Prognose für den FFO I leicht nach oben auf 473 bis 478 Millionen Euro angehoben. Darüber hinaus erwartet man für das zweite Halbjahr 2018 eine weitere Aufwertung des Portfolios um bis zu 1,5 Milliarden Euro.

ADO Properties: Starkes Mietwachstum

Eine Spur schneller ist das auf Berlin fokussierte Immobilienunternehmen ADO Properties gewachsen. Die Erträge aus Vermietung stiegen in den ersten neun Monaten 2018 um 26,6 Prozent auf 99,6 Millionen Euro, der FFO1 verbesserte sich um 26,8 Prozent auf 50,9 Millionen Euro. Der EPRA NAV lag zum Stichtag bei 49,92 Euro. Nicht ganz so günstig ist das Portfolio der Berliner finanziert. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Finanzverbindlichkeiten liegt bei 4,9 Jahren bei Zinskosten von 1,8 Prozent.

Die Prognose für den FFO I hat aber auch Ado angehoben: Für 2018 werden mindestens 66 Millionen Euro erwartet.

Massive Outperformance

Die Zahlen sind ein Beleg dafür, warum die Aktien der Immobilienunternehmen stark gelaufen sind. So hat der Stoxx Europe 600 Real Estate im letzten Monat mehr als sieben Prozent zugelegt – der DAX kommt gerade so auf eine grüne Null. Dabei sollte man meinen, dass die Aktien unter der Angst vor steigenden Zinsen leiden sollten. Eine mögliche Erklärung könnte neben der starken Gewinnentwicklung sein, dass höhere Zinsen sich erst in ein paar Jahren niederschlagen dürften.

Die Frage ist auch, ob in Europa ein Zinsniveau wie in den USA (3,14 Prozent bei den 10-jährigen Staatsanleihen) überhaupt wieder erreicht werden kann. Vor 2020 wird ohnehin nicht mit einer Zinsanhebung durch die EZB gerechnet. Und einen starken Zinsanstieg würden viele Länder in der EU sowieso nicht überleben.

Rekordhochs möglich

Vor diesem Hintergrund und angesichts der starken Geschäftsentwicklung der Unternehmen sind neue Rekorde bei den großen Immobilien-Aktien möglich. DER AKTIONÄR favorisiert Vonovia im Bereich Wohnen und Aroundtown bei den Gewerbeimmobilien. Aroundtown veröffentlicht in zwei Wochen seine Quartalszahlen, Vonovia am Nikolaus-Tag. Es ist auch dort mit starken Zahlen und Prognoseanhebungen zu rechnen.

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