BOIRON SA INH. EO 1
- DER AKTIONÄR

Von wegen Placebo

Nach wie vor sind sich Fachleute nicht einig: Hilft bei der Einnahme homöopathischer Arzneimittel lediglich der Glaube an die Wirkung, also der Placeboeffekt, oder heilen diese Mittel wirklich? Wissenschaftlich nachweisen lässt sich der Prozess, bei dem vereinfacht ausgedrückt Gleiches mit Gleichem bekämpft wird, bis heute nicht. Unumstritten ist hingegen, dass sich diese alternative Methode der Krankheitsbekämpfung immer mehr durchsetzt.

Der Markt für homöopathische Arzneimittel ist noch klein, wächst aber kontinuierlich. Der einzige börsennotierte Player in diesem Segment: Boiron.

Nach wie vor sind sich Fachleute nicht einig: Hilft bei der Einnahme homöopathischer Arzneimittel lediglich der Glaube an die Wirkung, also der Placeboeffekt, oder heilen diese Mittel wirklich? Wissenschaftlich nachweisen lässt sich der Prozess, bei dem vereinfacht ausgedrückt Gleiches mit Gleichem bekämpft wird, bis heute nicht. Unumstritten ist hingegen, dass sich diese alternative Methode der Krankheitsbekämpfung immer mehr durchsetzt. Rund 100 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland übernehmen bereits die Kosten homöopathischer Leistungen. Kein Wunder, denn nur noch jeder zweite Patient vertraut der herkömmlichen Schulmedizin. Der Markt steckt aber noch in den Kinderschuhen: Im Jahr 2006 lag der Anteil an verwendeten alternativen Arzneien etwa bei zwei Prozent. Doch der Bekanntheitsgrad von Globulis oder Bachblüten steigt unaufhörlich, nicht nur in Deutschland. Das sind beste Voraussetzung für gesundes Wachstum von Boiron, dem einzigen börsennotierten Anbieter auf diesem Gebiet.

Global Player

Die Boiron-Gruppe hat sich ganz dem Thema Homöopathie verschrieben. Neben der Produktion und dem Vertrieb der Arzneien für Mensch und Tier bieten die Franzosen auch diverse Dienstleistungen an. Ärzte und Homöopathen werden beispielsweise geschult und die Bekanntheit der Homöopathie aktiv vorangetrieben. Frankreich zählt zwar immer noch zum Hauptabsatzmarkt, doch Niederlassungen auf allen fünf Kontinenten sorgen für Bewegung bei dem Pharmaunternehmen.

Tiefstapler

Nachdem Boiron im Jahr 2006 rund zehn Prozent mehr erlöste als 2005, stiegen die Verkaufszahlen im ersten Quartal 2007 erneut um rund neun Prozent. Vorstandsvorsitzender Thierry Boiron stapelt bezüglich des Gesamtjahres aber lieber tief: mindestens fünf Prozent Wachstum prognostiziert der Chef vorsichtig. Dann dürfte es auch wieder mit den Gewinnen aufwärts gehen. Restrukturierungskosten hatten die Marge 2006 von 4,5 auf 2,6 Prozent gedrückt. Läuft alles glatt, wovon auszugehen ist, sollte am Jahresende ein Euro Gewinn je Aktie hängen bleiben, also rund doppelt so viel wie noch 2006.

Globuli & Co ins Depot

Der weltweite Trend hin zu alternativen Medizinformen ist in vollem Gange, steht aber noch ganz am Anfang. Als einziger börsennotierter Anbieter in der Marktnische für homöopathische Arzneimittel dürfte Boiron einer der größten Profiteure sein. Ganz gesund scheint da auch das 2008er-KGV von 17. Das Papier eignet sich daher gut zur Depotbeimischung – selbst für Anhänger der Schulmedizin.

Kursziel bei Boiron: 33,00 Euro. Stopp: 17,90 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 22/2007.

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