Microvision
- DER AKTIONÄR

Voll im Bilde

Bis vor Kurzem hatte Microvision das Problem, das nahezu alle Nanotechnologiefirmen gemeinsam haben – zahlreiche Forschungsprojekte, die viel Geld kosten, aber weit davon entfernt sind, marktreif zu sein. Vorstandschef Alexander Tokman, der seit gut einem Jahr die Geschicke bei Microvision lenkt und die Projektzahl von 30 auf 5 reduziert hat, ist jedoch maßgeblich dafür verantwortlich, dass das im US-Bundesstaat Washington ansässige Unternehmen mit bahnbrechenden Produkten in den Startlöchern für den Markteintritt steht.

Microvision steht mit einer innovativen Display-Technologie kurz vor dem Durchbruch. Die ersten Großaufträge könnten bald folgen.

Bis vor Kurzem hatte Microvision das Problem, das nahezu alle Nanotechnologiefirmen gemeinsam haben – zahlreiche Forschungsprojekte, die viel Geld kosten, aber weit davon entfernt sind, marktreif zu sein. Vorstandschef Alexander Tokman, der seit gut einem Jahr die Geschicke bei Microvision lenkt und die Projektzahl von 30 auf 5 reduziert hat, ist jedoch maßgeblich dafür verantwortlich, dass das im US-Bundesstaat Washington ansässige Unternehmen mit bahnbrechenden Produkten in den Startlöchern für den Markteintritt steht.

Handy als Beamer

Seine Kernkompetenz hat Microvision in der Entwicklung von sogenannten MEMS (Mikro-Elektro-Mechanische Chip-Systeme) – eine Kombination aus mechanischen Elementen, Sensoren, Aktoren und elektronischen Schaltungen auf Siliziumsubstrat, oft auch als „System-on-Chip“ bezeichnet. Microvision nutzt sein MEMS-Know-how für die Entwicklung von innovativen Display-Technologien. Den Löwenanteil der Umsätze erzielt das Unternehmen derzeit mit Head-up-Displays für das US-Militär. Möglich sind jedoch noch viel visionärere Anwendungen, da das Projektionsmodul klein genug ist, um in diversen mobilen Geräten Platz zu finden. So stellt die Projektion des Navi-Bildes auf die Windschutzscheibe im Automobil kein Problem dar. Über eine entsprechend ausgestattete Sonnenbrille könnten auch die Richtungsangaben von der Navigationsanwendung aus dem Handy in der Hosentasche direkt auf die Netzhaut projiziert werden. Und auch das Handy selbst könnte sich zu einem Beamer entwickeln, der Bilder in der Größe eines Laptop-Bildschirms an die Wand werfen kann – das Handy wird dadurch zur ultimativen Video-, TV-, Präsentations- und Spielkonsole.

Milliardenmarkt

Bei rund 16 Millionen video- und TV-fähigen Handys und 22 Millionen iPod Video, die jährlich nur in den USA verkauft werden, sowie einem Preis von 50 Euro je Chip, wird das Marktpotenzial ansatzweise deutlich. Beim Conference-Call zu den Zahlen für 2006 – der Umsatz lag bei 7,0 Millionen Dollar bei einem Verlust von knapp 24 Millionen Dollar – wies Tokeman darauf hin, dass sich Microvision mit zehn potenziellen Partnern in Gesprächen befindet. Dabei gab er sich zuversichtlich, noch vor Sommer mindestens einen Abschluss präsentieren zu können.

Aussichtsreicher Chart

Für Micorvision wäre der Abschluss eines großen Deals der Startschuss für den Eintritt in die Wachstumsphase. Die für 2007 und 2008 prognostizierten Umsätze von 11,3 beziehungsweise 19,3 Millionen Dollar könnten sich dadurch als Makulatur erweisen. Aus technischer Sicht hat die Aktie eine umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation vollendet und den Weg für steigende Kurse frei gemacht.

Kursziel bei Microvision: 6,00 Euro. Stopp: 2,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 17/2007.

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