Volkswagen St.
- Michael Schröder - Redakteur

Volkswagen mit Zukunftspakt: Hintergründe und Auswirkungen – was macht die Aktie?

Volkswagen hat sich dem Vernehmen nach mit dem Betriebsrat auf den Abbau von weltweit bis zu 30.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren geeinigt, um die angeschlagene Kernmarke VW wieder flott zu machen.

Rund 20.000 Stellen sollen demnach alleine in Deutschland wegfallen, es sollen aber alle Standorte erhalten bleiben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, der Abbau soll etwa mit Hilfe von Altersteilzeit geregelt werden. Zuerst hatte das Handelsblatt über die Ergebnisse des sogenannten Zukunftspakts berichtet. Der gesamte Volkswagen-Konzern beschäftigt weltweit mehr als 624.000 Menschen, 282.000 davon in Deutschland.

VW will mit den Maßnahmen die Kosten bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro pro Jahr drücken. Das Unternehmen wollte sich am Morgen nicht zu den Inhalten äußern und verwies auf die Pressekonferenz in Wolfsburg am Vormittag, bei der die Ergebnisse der zähen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Unternehmen vorgestellt werden sollten.

Nach Jahren satter Gewinne dümpelt die Marke mit dem VW-Emblem - gemessen an der Marge (Anteil des Gewinns am Umsatz) - im Branchenvergleich erneut vor sich hin. Zugleich muss der Gesamtkonzern die Milliardenlasten des Abgas-Skandals verdauen und sich stärker auf die Zukunftsthemen der Branche konzentrieren. Der "Zukunftspakt" soll daher den Spardruck, den Umbau in Richtung E-Mobilität, Digitalisierung und Dienstleistungen sowie das Interesse der Belegschaft an sicheren Jobs und Standorten in die Balance bringen.

Egal, wie die Erklärungen zum Sparpaket ausfallen: Es gibt nach wie vor viele Unsicherheitsfaktoren bei Volkswagen. Die Volatilität dürfte entsprechend hoch bleiben. Die Aktie reagiert im frühne Handel mit leichten Aufschlägen. Charttechnisch steht nun der seit Februar gültige Aufwärtstrend bei 112 Euro als untere Begrenzung der aktuellen Keilformation im Fokus. Hier dürfte sich vorerst die weitere Richtung abzeichnen. Ein klares Kaufsignal gibt es erst oberhalb von 130 Euro. Risikoaverse Anleger bleiben daher vorerst weiter an der Seitenlinie. Wer investiert ist, zieht den Stopp auf 103 Euro nach.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

 


 

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