Volkswagen
- Jochen Kauper - Redakteur

Volkswagen-Aktionäre aufgepasst: Freitag kommen Zahlen!

Volkswagen hat in den vergangenen Jahren im Tagesgeschäft weitgehend den Diesel-Turbulenzen getrotzt. An den Verkaufszahlen jedenfalls war die Debatte um Dieselfahrverbote und der Skandal um manipulierte Abgastests bisher kaum abzulesen. Am Freitag wird der Autobauer seine Zahlen vorlegen.

Die von Bloomberg befragten Analysten kalkulieren für 2018 mit einem Umsatzplus von drei Prozent auf 236,8 Milliarden Euro. Beim bereinigten operativen Ergebnis sollte es einen Rückgang vom Vorjahreswert 17,04 Milliarden Euro geben.

Wie die Wolfsburger zudem mit den Wirren um die Einführung des Abgas- und Verbrauchsprüfstandards WLTP klargekommen sind, wird Konzernchef Herbert Diess am Freitag nach der voraussichtlich stattfindenden Aufsichtsratssitzung bekanntgeben.

Vielleicht gibt es auch auch Details zu China: In der zweiten Jahreshälfte 2018 kam eine deutliche Eintrübung des für VW so wichtigen Marktes China hinzu. Der Konzern liefert rund 40 Prozent seiner Fahrzeuge in dem Land an die Kunden aus. Dank des guten Laufs in der ersten Jahreshälfte brachte VW im Gesamtjahr noch ein kleines Plus über die Ziellinie. Auch weltweit legten die Auslieferungen um 0,9 Prozent auf 10,8 Millionen Fahrzeuge zu.

 

Konzernumbau läuft
China bleibt für VW das Zünglein an der Waage. Kommt der Markt wieder in Fahrt, wird das auch der VW-Aktie gut tun. Hinzu kommt, die Mammutaufgabe für Vorstand Herbert Diess, den VW-Konzern peu a peu umzubauen. Weg von den Verbrennern hin zur Elektromobilität und neuen Mobilitätsdiensten.
Kein anderer Autobauer legt eine derartige Taktfrequenz an den Tag, um den Schalter umzulegen. Zuletzt hat VW eine Allianz mit Ford bekannt gegeben. Die beiden Autobauer werden ab 2022 gemeinsam Transporter und mittelgroße Pick-ups entwickeln. Wenige Wochen zuvor kaufen VW WirelessCar, ging eine Partnerschaft mit Microsoft ein und schloss sich der Allianz rund um Baidu an, die an selbst fahrenden Autos forscht.

VW-Aktie in Lauerstellung
Der Konzernumbau ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Die VW-Tochter Audi schickt mit dem e-tron den ersten echten Tesla-Gegner auf die Straße. 2020 kommt der e-tron GTE. Und eine abgespreckte Version des e-tron um die 40.000 Euro soll es ebenfalls bald geben. Spätestens dann sollte jeder erkennen, dass Tesla ernsthafte Konkurrenz bekommt. VW schickt seine I.D. Familie 2020 ins Rennen.

Die VW-Aktie hängt noch immer in einer Range zwischen 137 Euro und 156 Euro fest. Es bleibt dabei: Ein Kaufsignal ergibt sich erst dann, sobald die Aktie die wichtige 200-Tage-Linie bei 148,28 Euro nachhaltig überwindet. Abwarten.

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| André Fischer | 0 Kommentare

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