Volkswagen
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Volkswagen: VW-Chef Winterkorn im Interview

VW-Chef Martin Winterkorn sieht aktuell entgegen anders lautenden Spekulationen keinen Grund für Produktionsanpassungen. In einem Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen äußerte es sich über die weiteren Aussichten und über den neuen Golf 7.

Noch vor wenigen Tagen machten Spekulationen die Runde, dass VW im Herbst die Produktion zurückfahren müsse. Dem scheint jedoch nicht so: In einem Exklusiv-Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG Martin Winterkorn vor der Weltpremiere des Golf VII zu Strategie und Ausblick des Konzerns.

Wichtiger Schritt

Winterkorn zur neuen Golf Generation: "Es wird der schönste Golf werden. Es wird der beste Golf werden. Es wird der innovativste Golf werden mit 100 Kilogramm weniger Gewicht als der Vorgänger. Mit Verbrauch um drei Liter und ich glaube, dass das Auto mit dem modularen Baukasten ein großer Erfolg werden wird." Winterkorn weiter: "Es ist ein wichtiger Schritt für den Konzern und wird mit unserem modularen Baukasten ein wirtschaftlicher Erfolg für uns werden."

Kein Grund zu Anpassungen

Zu den jüngsten Spekulationen über anstehende Produktionskürzungen sagte Winterkorn: "Wir schauen jeden Tag, wie die Produktion zu unserer Absatzlage passt. Im Moment gibt es zu Anpassungen aber noch keinen Grund."

Zur Lage in den Absatzmärkten im Süden Europas äußerte sich Winterkorn trotzdem skeptisch und bestätigte entsprechende Auswirkungen auf den Gesamtabsatz in Europa. Winterkorn: "Der Gesamtmarkt in Europa wird in diesem Jahr sicher um zwei, drei Millionen weniger Autos sein, als wie vor fünf Jahren.." Trotz der Probleme in Spanien wolle man aber an der Marke SEAT festhalten. Winterkorn: "Wir halten natürlich an SEAT fest. Wir sind keine Company, die wenn ein Kind mal etwas kränkelt, es abstößt. Wir werden SEAT sanieren." Die bisherige Entwicklung im dritten Quartal bezeichnete Winterkorn als "in Ordnung".

Auf ein mögliches Auseinanderbrechen und Scheitern des Euro würde man sich vorbereiten. Winterkorn weiter: "Wir hoffen natürlich nach wie vor und wir stehen zu Europa, dass Europa so bleibt wie es ist. Aber selbstverständlich muss man mal die Planspiele machen 'was passiert wenn'?"

Technisch angeschlagen

VW zählte zuletzt zu den schwächeren Werten im DAX. Der Bruch des Abwärtstrends und der 140-Euro-Marke bescherte der Aktie einen weiteren technisch bedingten Kursrückgang. Die nächste Unterstützung wartet bei 130 Euro eine weitere Auffangzone zwischen 115 und 120 Euro. Ein neues mittelfristiges Kaufsignal wird erst wieder oberhalb von 148,90 Euro generiert.

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| Matthias J. Kapfer | 0 Kommentare

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