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Virenschutz fürs Depot

Neue Medikamente gegen Hepatitis versprechen satte Gewinne. Die Firma Idenix hat sich in diesem Bereich gut positioniert. Zwei Hoffnungsträger lassen jetzt die Anlegerherzen höher schlagen.

Neue Medikamente gegen Hepatitis versprechen satte Gewinne. Die Firma Idenix hat sich in diesem Bereich gut positioniert. Zwei Hoffnungsträger lassen jetzt die Anlegerherzen höher schlagen.

Von Frank Phillipps

Die Entwicklung neuartiger Medikamente gegen Hepatitis könnte sich für die Unternehmen aus der Pharma- Und Biotech-Branche als äußerst lukrative Angelegenheit erweisen. Zum einen ist die Krankheit in ihren verschiedenen Ausprägungen weltweit auf dem Vormarsch. Zum anderen gibt es vor allem gegen die gefährlichsten Formen keinen Impfschutz und bislang nur unzureichende Therapiemöglichkeiten. Nicht von ungefähr werden deshalb Firmen wie das US-Biotech-Unternehmen Idenix von den Analysten hoch gehandelt. Die Gesellschaft aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts, die erst im Juli des letzten Jahres an die New Yorker Börse ging, verfügt gleich über zwei vielversprechende Produktkandidaten.

Zwei Hoffnungsträger

In der dritten und entscheidenden Phase der klinischen Entwicklung testet Idenix derzeit ein potenzielles Medikament mit dem Namen Telbivudine. Das Präparat, das die Amerikaner in Kooperation mit dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis entwickelt haben, soll gegen Hepatitis B eingesetzt werden. An dieser Form der Hepatitis leiden weltweit rund 350 Millionen Menschen. Das Gros der Patienten wird bislang mit dem Standardtherapeutikum Lamivudine von GlaxoSmithKline behandelt. Idenix hofft, dem Pharmakonzern bereits ab dem kommenden Jahr massiv Marktanteile abnehmen zu können. Noch im Laufe dieses Jahres will Idenix den Antrag auf Zulassung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA stellen, schon im kommenden Jahr soll das Präparat auf den Markt kommen. Etwas länger dürfte es dauern, bis der zweite Hoffnungsträger von Idenix den Markt erreicht. Der experimentelle Wirkstoff mit dem Forschungsnamen NM283 soll zur Therapie von Hepatitis C eingesetzt werden und durchläuft derzeit die Phase II der klinischen Studien. Diese sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In den bisherigen Tests hat sich bei den behandelten Patienten eine deutliche Reduzierung der Virusbelastung gezeigt. Ein wirksames Medikament gegen die meist chronisch verlaufende und zuweilen tödliche endende Erkrankung Hepatitis verspräche für Idenix Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe.

Spekulativer Kauf

Bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Hepatitis steht Idenix im Wettbewerb mit Firmen wie Vertex oder Intercell. Mit seinen beiden in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen Produktkandidaten hat sich Idenix allerdings aussichtsreich positioniert. Wichtig: Das finanzielle Risiko für das Unternehmen, das ab 2007 Gewinne schreiben will, hält sich durch die Partnerschaft mit Novartis in Grenzen. Die Aktie ist ein spekulativer Kauf.

 

Artikel aus DER AKTIONÄR 39/05

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