- Michael Schröder - Redakteur

Vier Indizes, vier Verlierer: Kein schöner Tag für Commerzbank, Klöckner & Co, Dialog Semiconductor und C.A.T. Oil

Pünktlich zum Start ins lange Pfingstwochenende erwarten Meteorologen am kommenden Wochenende Temperaturen jenseits der 30 Grad. Ob der DAX bis dahin schon die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke hinter sich gelassen hat, bleibt fraglich. Denn vor allem die EZB-Sitzung am Donnerstag (5. Juni) wirft ihre Schatten voraus.

DER AKTIONÄR hat bereits erklärt: An den Finanzmärkten wird fest damit gerechnet wird, dass die EZB auf ihrer Ratssitzung am kommenden Donnerstag ein ganzes Bündel von Lockerungsmaßnahmen beschließen wird. Damit soll ein Abgleiten des Euroraums in die Deflation verhindert werden. Am wahrscheinlichsten sind Zinssenkungen. Als erste große Notenbank könnte die EZB auch einen Negativzins für bei ihr unterhaltende Guthaben beschließen. Möglich sind zudem weitere Langfristkredite für die Banken oder der Ankauf besicherter Wertpapiere (ABS). Der DAX tritt dennoch weiter auf der Stelle.

Größter Verlierer im Leitindex ist die Commerzbank-Aktie. Das charttechnische Bild hat sich bei der Commerzbank wieder merklich eingetrübt. Von der wichtigen Marke von 11,80 Euro hat sich die Aktie ein gutes Stück entfernt. Der Blick geht jetzt in Richtung elf Euro. Sollte auch diese Marke nachhaltig unterschritten werden, könnte das Papier sogar bald die 10-Euro-Marke sehen. Die Aktie bleibt daher nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

Bei den Mid Caps im MDAX setzt die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co ihre Talfahrt weiter fort. Der Grund: Großaktionär Knauf scheint sich Schritt für Schritt aus der Aktie zu verabschieden. Zuletzt fiel sein Stimmrechtsanteil auf unter fünf Prozent. Im Februar vergangenen Jahres hatte er rund acht Prozent an Klöckner gekauft. Der Verkaufsdruck dürfte wohl noch einige Tage anhalten. Gut möglich, dass Knauf auch seine restlichen Aktien noch verkauft. Dieser Verkauf wird sicherlich nicht direkt über die Börse geschehen. Vermutlich sind Banken damit beauftragt, das Paket als Ganzes oder Teile davon bei Institutionellen Anlegern zu platzieren. Dennoch: Die psychologische Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Anleger sollten einen Kauf vorerst zurückstellen.

Im TecDAX stehen die Papiere des Chipherstellers Dialog Semiconductor unter Druck. Für Verunsicherung sorgte die unspektakuläre Apple-Präsentation auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Börsianer vermissten von Apple einen großen Knaller, der auch dem als Zulieferer geltenden TecDAX-Unternehmen Dialog Semiconductor neue Fantasie gegeben hätte. Apple ging jedoch lediglich in die Software-Offensive. Die Hoffnung von Apple-Fans und Investoren auf mögliche neue Geräte wie eine Computeruhr oder ein größeres iPhone wurde zum aber enttäuscht. Aber: Mit dem Ausbruch über die 19-Euro-Marke wurde Anfang Mai ein Kaufsignal ausgelöst, das immer noch intakt ist. Investierte Anleger bleiben daher dabei.

Im SDAX geht der C.A.T.-Oil-Aktie die Puste aus. Nach dem Ausbruch über den horizontalen Widerstand über die 16-Euro-Marke und der anschließenden Rallye bis zu der charttechnischen Hürde bei 20 Euro ist der C.A.T.-Oil-Aktie zuletzt die Puste ausgegangen. Negative Analystenstimmen sorgen für zusätzliche Unsicherheit unter den Marktteilnehmern. Gewinnen die Bullen wieder die Oberhand und gelingt nach einer Konsolidierung der Sprung über die 20-Euro-Marke, wäre Luft bis 22 Euro. Anleger, die der Trading-Empfehlung des AKTIONÄR gefolgt sind, bleiben dabei.

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