Vestas
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Vestas-Aktie: Enttäuschung pur beim Nordex-Konkurrenten!

Die Vestas-Aktie befindet sich seit mehreren Jahren im Abwärtstrend und notiert aktuell mit 3,15 Euro so tief wie noch nie. Das Stichwort für den Kurssturz lautet: Überkapazitäten. Hoffnung auf Besserung? Fehlanzeige.

Vestas hat Anfang November seine Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Diese fielen deutlich schwächer aus, als von Analysten erwartet. Statt einem Gewinn von 50 Millionen Euro stand ein überraschend hoher Verlust von 140 Millionen Euro in den Büchern.

Notverkauf belastet

Verantwortlich für den hohen Verlust war vor allem der verlustreiche Verkauf von Produktionsstätten, auf die Vestas insgesamt sieben Milliarden Kronen (938 Millionen Euro) abschreiben musste. Wegen der Krise war es nicht möglich, die Werke zum Buchwert zu verkaufen.

Mitarbeiter müssen gehen

Um der Krise Herr zu werden, wollen die Dänen sparen. Die Mitarbeiterzahl soll bis Ende kommenden Jahres auf 16.000 reduziert werden, 2011 waren noch fast 23.000 Menschen bei dem weltweit größten Hersteller von Windkraftanlagen tätig. Auch die Investitionen sollen dieses Jahr mit 350 Millionen Euro knapp ein Viertel unter den Erwartungen liegen. Aus Investorensicht sind das alles keine guten Nachrichten.

Vertrauen zerstört - Aktie meiden

Aufgrund der schlechten Nachrichten verwundert es sehr, dass Vestas an seiner Prognose festhält. Demnach wird ein Umsatz von 6,5 bis 8,0 Milliarden Euro bei einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von null bis vier Prozent angestrebt. Die Sondereffekte werden mit 225 bis 250 Millionen aber deutlich höher erwartet als bisher mit 75 bis 125 Millionen Euro. Dieses Versprechen stößt bei Anleger auf taube Ohren. Kein Wunder, hat das Vestas-Management doch zuletzt durch falsche Einschätzungen viel Vertrauen zerstört. Anleger sollten das Papier weiterhin meiden. Der Chartverlauf verrät eigentlich schon, wie schlecht es bei Vestas läuft. Seit Juni 2008 hat die Aktie über 90 Prozent an Wert verloren. Allein im November beträgt das Kursminus 30 Prozent.

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| Martin Mrowka | 0 Kommentare

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