RWE
- Michael Herrmann - Redakteur

Versorger-Aktien E.on und RWE: Droht die nächste Katastrophenwoche?

Die Aktien der beiden größten deutschen Energieversorger E.on und RWE haben in der abgelaufenen Handelswoche erneut mit Verlusten gekämpft. Dabei sorgten beide Chefs beider Konzerne für Aufsehen. Droht in der kommenden Woche eine Fortsetzung des Kursverfalls?

Anleger der Energieriesen E.on und RWE haben wieder eine erlebnisreiche Woche hinter sich. Johannes Teyssen mahnte mit drastischen Worten vor Fehlern bei der Umsetzung der Energiewende und vor allem beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Vor allem für Gaskraftwerke sei die Lage dramatisch. E.on prüfe daher weitere Stilllegungen. Die Regierung forderte er zu umfassenden Reparaturmaßnahmen an den bisherigen Regelungen auf. Offenbar nicht ohne Wirkung. Bundesumweltminister Peter Altmaier hat bereits angekündigt, durch Markteingriffe den Preis für CO2-Zertifikate wieder steigern zu wollen.

Teyssen baut weiter um

Teyssen treibt derweil den des Energieriesen E.on konsequent voran. Laut Ungarns auflagenstärkster überregionaler Tageszeitung Nepszabadsag steht der Verkauf der ungarischen Gas-Tochter unmittelbar bevor. Demnach wollen E.on und der staatliche Energieversorger MVM den Deal bereits bis Ende Januar abschließen. Bei RWE kommt der Konzernumbau dagegen offenbar nur schleppend voran. Dies ließ RWE-Chef Peter Terium im Gespräch mit dem Deutschen Anleger Fernsehen durchklingen.

Analysten bleiben skeptisch

Neben den Aussagen der Konzernchefs sorgten auch die Analysten wieder für schlechte Stimmung. So hat die Schweizer Großbank UBS das Kursziel für RWE von 26 auf 24 Euro gesenkt. Kurz darauf haben sich die Schweizer Branchenprimus E.on zur Brust genommen und dabei das Kursziel von 13,50 Euro auf 12,60 Euro reduziert. Die Einstufung bleibt daher für beide Versorger-Aktien auf "Sell". Am Freitag hat dann noch die britische Großbank Barclays ihre Einschätzungen für E.on und RWE aktualisiert. Die Briten blieben dabei vor allem für RWE skeptisch.

E.on erste Wahl

DER AKTIONÄR teilt die Skepsis in Bezug auf RWE. Das Kursziel lautet 22 Euro. E.on ist deutlich besser aufgestellt und zudem günstiger bewertet als der Essener Konkurrent. Das Kursziel für die Aktie des Branchenprimus lautet weiter 20 Euro. Ein enger Stoppkurs bei 13 Euro sichert aber vor weiteren kurzfristigen Turbulenzen ab.

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