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- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Verkauf? Solarworld-Konkurrent Aleo Solar droht Q-Cells-Schicksal

Lange Zeit hat der deutsche Solarmodulhersteller Aleo Solar der Solarkrise getrotzt. Doch mittlerweile schreibt auch Aleo hohe Verluste. Die Mutter Bosch stellt die Solarfirma nun auf den Prüfstand.

Bosch stellt seine Solartochter Aleo auf den Prüfstand. Das Solar-Abenteuer war bislang teuer. Sehr teuer. 2009 hatte sich der Milliardenkonzern Bosch knapp 70 Prozent der Aleo-Solar-Anteile gesichert und dann 2011 angeboten, die restlichen Aktien für 22 Euro zu erwerben. DER AKTIONÄR hatte daraufhin geraten, Gewinne mitzunehmen.

Lange Zeit war Aleo Solar aufgrund seines guten Vertriebes hochprofitabel. Doch 2012 wurde der Modulhersteller schließlich von der Solarkrise eingeholt. Bereits im ersten Halbjahr wurde bei einem Umsatz von 166 Millionen Euro ein operativer Verlust von 24 Millionen Euro eingefahren. Auch das dritte Quartal sei von einer negativen Absatzentwicklung geprägt. Der negative Markttrend habe sich sogar "beschleunigt". Nun verliert offenbar selbst der Hauptaktionär die Geduld. "Bis Ende des Jahres wird entschieden, wie es weitergeht", so ein Bosch-Sprecher gegenüber der Presse. Eine Option ist offenbar ein Verkauf.

Findet sich ein Käufer?

Mit der Übernahme von Solibro durch Hanergy und von Q-Cells durch Hanwha haben chinesische und koreanische Wettbewerber bereits Fertigungsstandorte in Deutschland erworben. Wird Aleo Solar wie Teile von Q-Cells verkauft? An der weit verbreiteten kristallinen Technologie von Aleo Solar dürften asiatische Konkurrenten wenig Interesse haben. Mehr Wert besitzt der Vertriebszugang von Aleo Solar zu zahlreichen Solar-Installateuren.

Das Zentrum für Solarmarktforschung kommentiert: "Die Konkurrenzsituation für Bosch Solar war bisher durch hohen Exportdruck chinesischer PV-Unternehmen gekennzeichnet. Mit insgesamt allein drei deutschen Fertigungsstandorten (Arnstadt, Prenzlau, Brandenburg an der Havel) wirken sich trotz der Lage in den neuen Bundesländern die Kostennachteile für Bosch besonders stark aus." Die Berliner Solarexperten haben weitere Probleme ausgemacht: "Aleo wurde von Bosch Solar zu wenig integriert. Die Module des Unternehmens als eigenständige Marke zu führen ist ebenfalls nachteilig."

Schlechtes Omen für Solarworld

DER AKTIONÄR rät, Aleo Solar zu meiden. Auch Solarworld-Aktionäre sollten angesichts des trüben Ausblicks des deutschen Konkurrenten Aleo Solar wachsam sein. Solarworld veröffentlicht seine Quartalszahlen am 14. November.

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