Aurubis
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Verkannter Gigant

Kupfer ist ein echter Tausendsassa. Das rötlich-braun schimmernde Metall wird unter anderem für die Herstellung von Stromkabeln, Leiterplatten, Münzen und Dachrinnen verwendet. Der weltweite Kupferbedarf steigt vor allem wegen der boomenden Wirtschaft in China rasant – gute Aussichten für die Norddeutsche Affinerie.

Das Wachstumspotenzial der Norddeutschen Affinerie wird an der Börse unterschätzt. Für Anleger resultiert daraus eine lukrative Einstiegschance.

Kupfer ist ein echter Tausendsassa. Das rötlich-braun schimmernde Metall wird unter anderem für die Herstellung von Stromkabeln, Leiterplatten, Münzen und Dachrinnen verwendet. Der weltweite Kupferbedarf wird vor allem wegen der boomenden Wirtschaft in China voraussichtlich von 17,5 Millionen Tonnen im zurückliegenden Jahr auf 20,3 Millionen Tonnen im Jahr 2010 klettern – gute Aussichten für die Norddeutsche Affinerie.

Respektable Zahlen

Europas größter Kupferhersteller steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2006/07 (per 30.09.) um 20 Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro und verbuchte beim Überschuss einen Zuwachs um 56,2 Prozent auf 1,89 Euro je Aktie. Der stattliche Gewinnanstieg ist auf das gute Marktumfeld und zahlreiche Kostensenkungsmaßnahmen zurückzuführen.Die gute Geschäftsentwicklung dürfte sich sogar im Falle einer Konjunktur-abschwächung in den USA fortsetzen, da sich die Hauptabsatzmärkte der Norddeutschen Affinerie in Europa befinden und auf Amerika ohnehin nur etwa elf Prozent des globalen Kupferbedarfs entfällt. Ein weiterer Wertverfall des US-Dollars würde die Gewinnentwicklung kurzfristig nur marginal belasten. Denn die Hamburger haben zukünftige Einnahmen aus dem Bereich Kupferschmelze vorverkauft und sich mit Optionen gegen eine Abschwächung des Greenbacks abgesichert.

Um das Wachstum zu forcieren, will die Norddeutsche Affinerie den belgischen Kupferproduzenten Cumerio übernehmen, an dem sie derzeit bereits mit rund 30 Prozent beteiligt ist. Dieses Vorhaben muss allerdings noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Kommt die Akquisition zustande, können durch die Realisierung von Synergieeffekten jährlich 15 bis 20 Millionen Euro eingespart werden.

Solar-Beteiligung mit Potenzial

Für Fantasie sorgt zudem die 50-prozentige Beteiligung an der CIS Solartechnik GmbH + Co. KG. Das Unternehmen will ab 2009 mehrschichtige Solarmodule aus einem Gemisch aus Kupfer, Indium und Selen produzieren. Mit diesen innovativen Modulen könnte CIS den Markt aufmischen, denn deren Herstellungkosten liegen zirka 50 Prozent unter denen gewöhnlicher Solarzellen.

Fazit

Die Aktie der Norddeutschen Affinerie ist wegen Konjunkturängsten und der Kritik einiger Analysten am Kaufpreis für Cumerio unter die Räder gekommen. Fundamental ist der Preis von bis zu 780 Millionen Euro jedoch gerechtfertigt, da sich beide Unternehmen unter strategischen und geographischen Aspekten sehr gut ergänzen. Angesichts ausgezeichneter Unternehmensaussichten ist der MDAX-Titel mit einem 2007/08er-KGV von 10 viel zu billig.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2007.

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| Marion Schlegel | 0 Kommentare

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