- DER AKTIONÄR

VeriSign - Wenn Handy und Kasse klingeln

Von Sascha Grundmann

Börsianern, die den Internet-Boom mitgemacht haben, dürfte Verisign noch in Erinnerung sein. Die Aktie des Anbieters für Sicherheitslösungen für das Internet hatte sich allein im Laufe des Jahres 1999 verzehnfacht. Dann widerfuhr ihr die klassische "Karriere" einer Internet-Aktie: Vom Frühjahr 2000 bis zum Herbst 2002 brach sie von fast 260 auf unter vier Dollar ein. Im Gegensatz zu anderen Werten, die seitdem nie mehr richtig auf die Beine kamen, konnte sich die Notierung von Verisign allerdings anschließend wieder fangen: Seit ihrem Tief hat sie sich mittlerweile verachtfacht.

Domain-Hype

Dass Verisign die Börsianer wieder überzeugt, liegt daran, dass das Kerngeschäft des Konzerns läuft. Neben der Internet-Sicherheit sorgt derzeit vor allem der Handel mit Domains für ordentliche Umsätze. Bereits seit Jahren vergibt Verisign im Auftrag von ICANN Internetadressen mit den Endungen .com und .net, das sind mehr als die Hälfte aller Domains weltweit. So wie jetzt hat das Geschäft aber schon lange nicht mehr geboomt - in seinem "Domain-Report" für das zweite Quartal gab Verisign bekannt, dass im jüngsten Jahresviertel so viele Domains angemeldet wurden wie zuletzt zu Zeiten des Internet-Hypes Ende der Neunziger.

Jamba lässt's klingeln

Noch profitabler erweist sich das Geschäft mit Klingeltönen. Die Übernahme des deutschen Handy-Klingelton-Anbieters Jamba kostete Verisign im Mai zwar 273 Millionen Dollar – sie scheint aber ihr Geld wert zu sein: Zum Verisign-Umsatz des dritten Quartals von insgesamt 325,3 Millionen Dollar steuerte Jamba 73,4 Millionen Dollar bei. Insgesamt erzielten die Kalifornier im jüngsten Jahresviertel einen Nettogewinn von 40,4 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie. Damit übertraf man das Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum (31,3 Millionen Dollar) um annähernd 30 Prozent. Ohne Sondereffekte lag das Plus sogar bei 19 Cent je Anteilschein. Dank des Erfolges mit Jamba peilt Versign auch für das laufende Quartal ein Ergebnis an, das über den Erwartungen liegen soll. Statt - wie bislang von Analysten prognostiziert - 307,5 Millionen Dollar rechnet Verisign nun mit einem Umsatz von 345 Millionen Dollar; statt 18 Cent soll ein Ergebnis von 20 Cent pro Aktie erzielt werden.

Fazit: Korrektur abwarten und dann einsteigen

Die Geschäfte laufen gut bei Verisign. Mit dem Klingeltonanbieter Jamba hat man einen Wachstumsmotor im Portfolio und auch Internet-Domains verkaufen sich auf Rekordniveau. Anleger sollten jetzt einen kleinen Betrag investieren, um nach einem - durchaus wünschenswerten – Pullback nachzulegen.


ISIN US92343E1029
Kurs am 10.12.2004 25,50 €
Empfehlungskurs 25,15 €
Ziel 52,00 €
Stopp 17,30 €
KGV 2005e 38
Chance/Risiko 5/4

Hinweis: Der Artikel ist in Ausgabe #49/04 von DER AKTIONÄR erschienen.

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