Volkswagen
- Thomas Bergmann - Redakteur

Neue Ermittlungen bei Volkswagen wegen Schummel-Software - Aktie wieder unter Druck?

Im Abgas-Skandal von Volkswagen ist eine weitere Software zur Emissionskontrolle ins Visier der US-Behörden geraten. Das Computer-Programm käme in seit 2009 benutzten Diesel-Motoren zum Einsatz, die auch mit dem sogenannten "Defeat Device" zur Manipulation von Messwerten bei Abgastests ausgestattet seien, berichtete der Finanzdienst Bloomberg am Freitag unter Berufung auf eine eingeweihte Quelle. Unterdessen hat die kalifornische Umweltbehörde CARB dem Autobauer ein Ultimatum gestellt.

Forderung nach Maßnahmenkatalog

VW habe bis zum 20. November Zeit, einen Plan vorzulegen, wie die betroffenen Diesel-Fahrzeuge nachgerüstet werden können, sagte CARB-Leiterin Mary Nichols dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitag). Sie kündigte zudem weitere Testergebnisse zu Diesel-Autos anderer Hersteller an. "Wir werden in den nächsten Monaten die Resultate vorlegen."

Den Hinweis auf neue Untersuchungen, die über den Einsatz der bislang bekannten Schummel-Software hinausgehen, hatte VW-US-Chef Michael Horn am Donnerstag selbst gegeben. Bei einer Anhörung vor dem US-Kongress informierte er die Abgeordneten, dass VW den Antrag auf die Zulassung von Diesel-Wagen des Modelljahres 2016 zurückgezogen habe, weil die US-Umweltbehörde ein in den Fahrzeugen installiertes Hilfsgerät ("Auxiliary Emissions Control Device") prüfen müsse.

Eine VW-Sprecherin machte auf Nachfrage keine Angaben. Zu den möglichen Konsequenzen des verzögerten Zulassungsverfahrens hieß es lediglich, dass noch keine betroffenen Autos aus dem  Modelljahr 2016 an Vertragshändler ausgeliefert worden seien. Wie viele Fahrzeuge der zurückgezogene Antrag auf Zertifizierung betrifft und welche Kosten damit für VW verbunden sind, blieb unklar. In den letzten Jahren waren etwa 20 Prozent der in den USA verkauften VW-Autos Diesel.

VW; Chart

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(Mit Material von dpa-AFX)

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