update software
- Markus Horntrich - Chefredakteur

update Software: „Wir wollen das Potenzial in China voll ausschöpfen“

Die in Wien ansässige update Software AG greift mit dem neuen Kooperationspartner Inspur auf dem chinesischen Markt an. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Finanzchef Uwe Reumuth, welches Potenzial im chinesischen Markt steckt.

Die Wiener update Software AG war bisher mit ihren Marketingaktivitäten verstärkt auf den deutschsprachigen und europäischen Raum konzentriert. Jetzt ist sie mit dem chinesischen IT-Giganten Inspur eine Kooperation für CRM-Software in Asien eingegangen. update hat sich mit dieser Kooperation eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, in einem der weltweit größten Wachstumsmärkte Fuß zu fassen. Die von update adressierten Kernbranchen decken sich dabei ideal mit denen von Inspur, sodass der Wettbewerbsvorteil der Branchenfokussierung auch in Asien voll zum Tragen kommen kann. Update kann damit ohne große Investments auf das bestehende Markt - und Kundenpotential eines der führenden IT-Unternehmens in China zurückgreifen. Der AKTIONÄR hat den CFO Uwe Reumuth zu den Perspektiven der Zusammenarbeit befragt.

DER AKTIONÄR: Herr Reumuth, mit der Inspur Co. Ltd. haben Sie einen Partner an Bord genommen, der Sie als Ganzes „schlucken" könnte. Wie haben Sie sich abgesichert?

Uwe ReumuthUwe Reumuth: Als börsennotiertes Unternehmen ist es immer möglich, dass neue Aktionäre sich am Unternehmen beteiligen. update weißt jedoch eine sehr stabile Eigentümerstruktur auf, die gemeinsam mit dem Unternehmen eine langfristige Weiterentwicklung verfolgt. Bei einem Free Float mit 47,5 Prozent ist es nicht einfach, an eine Mehrheit am Unternehmen, ohne die Beteiligung einer der bisherigen Großaktionäre, zu gelangen. Grundsätzlich ist zu betonen, dass es sich um eine Zusammenarbeit handelt, die auf einem Vertriebspartnervertrag basiert. Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass Inspur Interesse hegt, sich bei update als Aktionär zu beteiligen, ausschließen können wir dies jedoch nicht.

Inspur wird dabei als klassischer Vertriebspartner die CRM Software in China vertreiben, update dagegen wird vor allem in der Anfangsphase die notwendige Unterstützung geben, um die ersten Kundenprojekte erfolgreich implementieren zu können. Parallel dazu wird Inspur Ressourcen und Know-how aufbauen, mit dem Ziel selbständig den Markt bedienen zu können. Vertraglich haben wir uns soweit abgesichert, dass die Verpflichtungen, die wir eingegangen sind, entsprechend abgegolten werden. Aus unser Sicht haben wir damit unser Risiko begrenzt und sehen die Chancen, die sich uns mit dieser Partnerschaft bieten.

Ihr Partner plant, auf Basis Ihrer CRM-Software ein eigenes Software-as-a-Service-Angebot für den chinesischen Markt anzubieten. Das heißt, er benötigt Ihr Know-how, um schneller an den Markt gehen zu können ?

Für unser SaaS-Angebot ist es ein wichtiger Meilenstein, dass ein so großer und internationaler Partner wie Inspur auf unsere Lösung vertraut und den Weg in die „Cloud" damit beschreiten möchte. Dieser Schritt unterstreicht die erfolgreiche Umsetzung unserer Business Transformation in Richtung SaaS und zeigt, dass wir ein herausragendes Produkt am Markt anbieten. Wenn notwendig werden wir darüber hinaus gemeinsam mit Inspur unsere CRM-Lösung an den chinesischen Markt und deren Prozessanforderungen anpassen und Know-how und Dienstleistungen im Rahmen dieser Vertriebspartnerschaft zur Verfügung stellen.   

Wie wird update Software vergütet?

Wie bereits dargestellt haben wir eine vertragliche Vereinbarungen getroffen, die uns unsere Investments und unser Risiko komplett absichern und uns eine fixe Zahlung für einen definierten Zeitraum garantiert. 

Senden Sie auch eigene Mitarbeiter nach China - oder wie funktioniert die gemeinsame Entwicklung im Detail?

Wir unterstützen unseren chinesischen Partner mit personellen Ressourcen in definiertem Umfang auch in China. Dies ist betrifft im Wesentlichen die Schulung und den Know-How-Transfer der Technical Consultants, die für das Customizing und Implementierung der Software zuständig sind. Auf Basis der sich in den Projekten ergebenden spezifischen Kundenanforderungen wird update gegebenenfalls Anpassungen in den industriespezifischen Lösungen vornehmen. Die Entwicklung wird also nach wie vor von update vorgenommen, Inspur wird hierfür die notwendige Rückmeldung aus dem chinesischen Markt liefern.  

Wie groß schätzen Sie die Nachfrage für das chinesische SaaS-Angebot im kommenden Jahr und mit welchen Wachstumsraten rechnen Sie?

Grundsätzlich ist der chinesische Markt natürlich sehr  groß und immer noch sehr wachstumsstark. Inwieweit jedoch unsere SaaS CRM-Lösung in China angenommen wird ist derzeit schwer vorhersehbar und ich möchte nicht zu Wachstums-spekulationen beitragen. Beide Seiten sehen die ersten beiden Jahre als Lern- und  Aufbauphase an, um dann das vorhandene Potential voll ausschöpfen zu können.

Haben Sie Inspur eine chinesische oder asiatische Exklusivität zugesichert oder können Sie auch mit anderen IT-Firmen im selben Thema zusammenarbeiten?

Inspur hat keine Exklusivität für China oder Asien zugesichert bekommen. Wir selbst planen nicht neben dieser Kooperation mit weiteren Partnern in China zusammen zu arbeiten. Wir freuen uns daher auf eine erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Inspur.

Wird diese Kooperation mit Inspur Ihre Guidance für das kommende Jahr beeinflussen?

Diese Kooperation sehe ich als einen wichtigen Pfeiler für unseren ambitionierten Wachstumspfad in den nächsten Jahren an. Somit sichert uns diese Kooperation unsere Rückkehr zu profitablem Wachstum weiter ab, einen singulären Effekt auf die Guidance sehe ich für 2013 nicht.

Sind Sie mit dem Verlauf des Q3 2012 zufrieden? Können Sie Ihre Guidance für das laufende Jahr halten oder spüren Sie bei Ihren Kunden schon eine Zurückhaltung durch die verschlechterte Stimmung am Markt ?

Da noch einige Projekte kurz vor dem möglichen Abschluss stehen, möchte ich derzeit noch keine Aussage zum 3. Quartal sowie der Guidance 2012 geben. Eine generelle Kundenzurückhalterung durch schlechte Stimmung am Markt können wir jedoch nicht feststellen.

Herr Reumuth, besten Dank für das Interview.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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