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- Nikolas Kessler - Volontär

Update Griechenland-Krise: Einigung in letzter Sekunde?

Unmittelbar vor Auslaufen des Rettungsprogramms will Brüssel den griechischen Premier Alexis Tsipras mit einem Vermittlungsversuch doch noch zu einem Kurswechsel drängen. Falls die Regierung noch im Laufe des Tages das Angebot der Geldgeber annehme und für ein "Ja" beim Referendum über das Sparprogramm werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen.

Eine Pressekonferenz der griechischen Regierung wurde daraufhin kurzfristig verschoben. Nun wird erwartet, dass sich Athen am Nachmittag zu dem Vermittlungsangebot äußert. Allerdings berichten griechische Medien unter Berufung auf Regierungskreise, dass Ministerpräsident Tsipras dem Vorschlag negativ gegenüberstehe.

Die griechischen Regierungsvertreter hatten die Verhandlungen über das Paket am vergangenen Freitag unmittelbar vor der Ankündigung der Volksabstimmung verlassen. Die EU-Institutionen waren von der Referendums-Ankündigung überrascht worden. Für besondere Verärgerung sorgte die Ansage von Tsipras, seinen Landsleuten eine Ablehnung des Sparpakets zu empfehlen. In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen hat der griechische Premier am Montagabend indirekt seinen Rücktritt angekündigt, falls seine Landsleute am kommenden Sonntag für die Forderungen der internationalen Geldgeber stimmen sollten.

Ab morgen pleite

In der Nacht zum Mittwoch läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Noch bereitstehende Milliardenhilfen für Athen verfallen dann. Die Euro-Finanzminister hatten am vergangenen Samstag beschlossen, dem griechischen Vorschlag einer Verlängerung des Hilfsprogramms über den 30. Juni hinaus nicht zu folgen. Da die Kassen in Athen leer sind, droht die Staatspleite.

Wie ein Kompromiss der letzten Minute mit Athen konkret aussehen könnte, blieb indes offen. Selbst wenn die Eurogruppe noch vor Ende des Hilfsprogramms eine Verlängerung billigen sollte, könnten Parlamente in Eurostaaten - also auch der Deutsche Bundestag - nicht fristgerecht zustimmen.

DAX von neuer Hoffnung beflügelt

Die Hoffnung auf einen Vermittlungsversuch in letzter Sekunde hat dem DAX am Mittag etwas Rückenwind verliehen. Nach zwischenzeitlichen Abschlägen von rund eineinhalb Prozent hat der Leitindex seine Verluste deutlich reduziert, kurzzeitig gelang sogar der Sprung ins Plus. Die Volatilität bleibt aber hoch.

(mit Material von dpa-AFX)

 

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