IMAX CORP.
- DER AKTIONÄR

Unterhaltung im XXL-Format

Wer an der Börse nach außergewöhnlichen Chancen sucht, muss sich auch eines höheren Risikos bewusst sein. Und beim Kinobetreiber Imax gehört zweifelsohne eine Menge Mut dazu, um zu investieren. Denn das Unternehmen, vielen Menschen durch Dokumentarfilme wie "Everest" oder "Space Station 3D" ein Begriff, hat das Vertrauen der Anleger zuletzt arg strapaziert. Trotzdem besitzt das Papier Potenzial.

Der Kinobetreiber Imax hat 2006 so ziemlich alles falsch gemacht. Mutige Anleger spekulieren nach dem Kursabsturz der letzten Monate nun auf den Turnaround.Wer an der Börse nach außergewöhnlichen Chancen sucht, muss sich auch eines höheren Risikos bewusst sein. Und beim Kinobetreiber Imax gehört zweifelsohne eine Menge Mut dazu, um zu investieren. Denn das Unternehmen, vielen Menschen durch Dokumentarfilme wie "Everest" oder "Space Station 3D" ein Begriff, hat das Vertrauen der Anleger zuletzt arg strapaziert. Trotzdem besitzt das Papier Potenzial.

Die Braut, der keiner traut

Anstatt den Ausbau des Markennamens voranzutreiben, stellte sich der Konzern im Frühjahr 2006 zum Verkauf – vergebens. Kein Käufer war bereit, die geforderten 12 bis 14 Dollar zu bezahlen. Die Untersuchung der Aufsichtsbehörde SEC wegen fragwürdiger Bilanzierungspraktiken und der Rauswurf des Finanzchefs ein halbes Jahr später waren ebenfalls kaum mit dem Shareholder-Value-Gedanken in Einklang zu bringen. Die Folge: Der Kurs rauschte von 10,95 Dollar um 70 Prozent auf 3,30 Dollar in die Tiefe. Erst in den letzten vier Wochen zeigt sich das Papier wieder etwas erholt.

Tolles Konzept, miese Umsetzung

Die grundlegende Entscheidung, mithilfe der DRM-Technologie Hollywoods Blockbuster in die Imax-Kinos zu holen, war richtig. Wie die Einspielergebnisse beispielsweise von „Polar Express“ (45 Millionen Dollar) oder auch „Night at the museum“ (bislang circa 15 Millionen Dollar) zeigen, ist das Publikum durchaus bereit, die höheren Eintrittspreise für das Imax-Erlebnis zu bezahlen. Kein Wunder, denn für den Mehrpreis von zwei bis vier Dollar pro Karte sehen die Besucher die Streifen auf einer Riesenleinwand mit tollem Surround-Sound, statt in einem engen, stickigen Kino mit Lärm aus sechs Boxen. Das Imax-Management hat aus der Entwicklung aber keinen Nutzen gezogen. So wurde im letzten Quartal 2006 nicht ein einziges System installiert. Sehr zum Ärger der Investoren, denn Imax „lebt“ von der installierten Technik.

Mut zum Risiko

In den letzten vier Wochen überwogen wieder die positiven Nachrichten bei Imax. So wurden zwei weitere Kinos in China und eines in Indien installiert. Das Management hat zudem seine Verkaufsabsichten zurückgezogen und sucht stattdessen nach Kooperationspartnern, um die Kosten zu senken. Noch in diesem Jahr werden potenzielle Blockbuster wie „Spider Man 3“ und „Harry Potter“ gezeigt, die Besucher in Massen anlocken und damit Imax für Kinobetreiber interessant machen. 2008 schließlich soll dann die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen. Wer sich die Chance auf hohe Kursgewinne sichern will, sollte aber schon früher eine kleine Position aufbauen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 10/2007.

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| Martin Weiß | 0 Kommentare

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