Solar Millennium
- DER AKTIONÄR

Unter Volldampf

Siliziummangel und drohende Kürzung der deutschen Solarstromvergütung? Kein Problem für Solar Millennium. Denn die Erlangener haben sich auf die Projektentwicklung und Realisierung von solaren Großkraftwerken spezialisiert. Und diese basieren auf der simplen und zugleich sehr effizienten Parabolrinnen-Technologie. Rinnenförmige Spiegel bündeln die Sonnenstrahlung und reflektieren die Wärmeenergie auf ein Rohr.

Solar Millennium hat das weltgrößte Solarthermie-Kraftwerk entwickelt und steht vor weiteren Großprojekten.

Siliziummangel und drohende Kürzung der deutschen Solarstromvergütung? Kein Problem für Solar Millennium. Denn die Erlangener haben sich auf die Projektentwicklung und Realisierung von solaren Großkraftwerken spezialisiert. Und diese basieren auf der simplen und zugleich sehr effizienten Parabolrinnen-Technologie. Rinnenförmige Spiegel bündeln die Sonnenstrahlung und reflektieren die Wärmeenergie auf ein Rohr. In diesem wird dadurch eine Flüssigkeit erhitzt, welche dann in Form von Dampf eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Neben dem relativ hohen Wirkungsgrad überzeugt auch die Möglichkeit, die Energie in Flüssigkeitstanks zu speichern, um auch nachts Strom zu erzeugen. Studien gehen davon aus, daß bis 2040 solarthermische Kraftwerke bereits fünf Prozent des Weltstrombedarfs decken können.

Pionier Solar Millennium

Während in Kalifornien Parabolrinnen-Kraftwerke bereits seit fast 20 Jahren betrieben werden, erfolgte am 20. Juli 2006 endlich auch die Grundsteinlegung für das erste europäische Kraftwerk. Mit einer Kollektorfläche von 510.000 Quadratmetern ist das spanische Andasol 1 sogar das größte Solarkraftwerk der Welt. Künftig sollen damit 179 Gigawattstunden pro Jahr erzeugt und 200.000 Menschen mit Strom versorgt werden. Solar Millennium hat dieses 300-Millionen-Euro-Projekt in der Startphase entwickelt und anschließend die Mehrheit der Anteile an einen spanischen Baukonzern verkauft. An zwei weiteren Projekten in Spanien, Andasol 2 und 3, hält der Projektentwickler noch 25 und 50 Prozent.

Weitere Projekte

„Wir prüfen derzeit allein in Spanien zehn bis 15 weitere Projekte“, verrät Solar-Millennium-Chef Christian Beltle im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Erst im Mai wurde mit zwei chinesischen Firmen ein Rahmenabkommen zur Realisierung von solarthermischen Kraftwerken unterzeichnet. Auch in Kalifornien beteiligt sich die Firma an einer Ausschreibung. Die Firmenplanung eines Gewinns von 10,2 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 (31. Oktober) bestätigte Beltle.

Depotbeimischung

Der mit einem 2007er-KGV von 14 bewertete innovative Projektentwickler ist für risiko- und umweltbewusste Langfristanleger eine attraktive Depotbeimischung – das Wachstumspotenzial ist groß. Aufgrund der Abhängigkeit von wenigen Großprojekten ist das Papier jedoch gegen Rückschläge nicht immun.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2006.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Alfred Maydorn | 0 Kommentare

Solar Millennium: Keine Chance!

Wenig Hoffnung für die Aktionäre von Solar Millennium: Der Insolvenzverwalter sieht „keine Chance“, das stark angeschlagene Solarunternehmen als Ganzes zu retten. Auch der Verkauf der Solar-Projekte gestaltet sich schwierig. Anleger müssen mit dem Schlimmsten rechnen. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Infineon, Commerzbank und Solar Millenium, Mayr-Melnhof sowie Saturn Minerals unter der Lupe

Der Zertifikate & Optionsscheine Trader spekuliert mit einem Derivat auf fallende Kurse von Infineon Technologies. 4investors beschäftigt sich mit der Commerzbank und Solar Millenium. Der Austria Börsenbrief hält Mayr-Melnhof Karton für einen Top-Wert der österreichischen Börse. Der Rohstoff-Spiegel setzt auf Saturn Minerals, auch, weil das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit den First Nations setzt. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Der DAX, Siemens, Soros, Gold und die Mongolei unter der Lupe

Der Zertifikate + Optionsscheine Trader ist für die Entwicklung des deutschen Leitindexes zunehmend pessimistisch und hat ein passendes Derivat parat. Euro am Sonntag imponiert die vergleichsweise hohe relative Stärke der Aktie von Siemens. Der Rohstoff-Report beschäftigt sich mit Gold und der ganzen Wahrheit zu den Gold-Transaktionen von Investor George Soros. Zertifikate Kompakt sucht bei erhöhtem Risiko die hohen Anlage-Chancen in der Mongolei. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr