Netgear
- DER AKTIONÄR

Unter Feuer

Denkt man an das Internet, dann fallen einem sofort Namen wie Amazon, Google oder auch Ebay ein. Cisco Systems ist hingegen schon nicht mehr jedem ein Begriff, auch wenn das Internet ohne den Netzwerkkonzern praktisch undenkbar ist. Beim Namen Netgear schließlich wird die überwiegende Mehrheit nur noch mit den Achseln zucken.

Ein starker Gewinnrückgang im zweiten Quartal hat die Aktien von Netgear regelrecht abstürzen lassen. Doch jetzt scheint der Boden gefunden.

Denkt man an das Internet, dann fallen einem sofort Namen wie Amazon, Google oder auch Ebay ein. Cisco Systems ist hingegen schon nicht mehr jedem ein Begriff, auch wenn das Internet ohne den Netzwerkkonzern praktisch undenkbar ist. Beim Namen Netgear schließlich wird die überwiegende Mehrheit nur noch mit den Achseln zucken. Dabei ist es – zumindest im Privathaushalt – wesentlich wahrscheinlicher, ein Produkt von Netgear denn von Cisco zu finden.

Vom Keller auf die Couch

Netgear hat sich mit seinen Produkten auf den Datentransport in Heimund Unternehmensnetzwerken spezialisiert. Neben zahlreichen DSL- und Firewall-Routern bietet die US-Firma eine Reihe von preisgekrönten Wireless- Lösungen an. Multimedia-Hardware wie der EVA 700 und der EVA 8000 sollen Netgear nun den Weg in die heimischen Wohnzimmer ebnen. Diese sogenannten Streaming-Clients sind kompakte Alleskönner, die, zwischen PC und Fernseher geschaltet, sämtliche auf der Festplatte gespeicherten Videos, Musikstücke und Fotos auf den TV-Bildschirm übertragen. Mit der Hardware lassen sich zudem Musik und Videos direkt aus dem Internet abspielen.

Ausgezeichnete Zukunftschancen

Der Netzwerkmarkt ist ein langfristiger Wachstumsmarkt. Ciscos Vorstandschef John Chambers jedenfalls rechnet für den Marktführer mit jährlichen Zuwachsraten von 12 bis 17 Prozent. Motor hinter diesem Wachstum ist die Verschmelzung aller verfügbaren Inhalte miteinander. Ging es früher allein um die Übertragungsgeschwindigkeit, so sind die Anforderungen an die Hardware heute komplexer. Daten unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichen Aufgaben und in unterschiedlichen Formaten müssen schnell und vor allem sicher auf eine Vielzahl von Ausgabegeräten transportiert werden. Cisco hat das verstanden. Netgear auch.

Netgear ist mit seinen Produkten zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Markt, trotzdem hat die Aktie Ende Juli auf einen Schlag 30 Prozent an Wert verloren. Zeitweise befand sich das Papier nach der Bekanntgabe des Gewinneinbruchs im zweiten Quartal im freien Fall. Allerdings scheint die Reaktion überzogen, denn ohne die Berücksichtigung der belastenden Sonderfaktoren wurden die Gewinnprognosen lediglich um einen Cent verpasst. Trotz der zwischenzeitlich eingesetzten Kursberuhigung notieren die Aktien noch immer deutlich unter ihrem Hoch bei 41 Dollar – das eröffnet mutigen Investoren eine gute Chance. Denn das erste Halbjahr ist traditionell schwach und das Management erwartet für die zweite Jahreshälfte eine deutlich höhere Nachfrage. Der Optimismus resultiert auch aus dem jüngsten Firmenzukauf, durch den Netgear seine Produktpalette kräftig ausweiten konnte.

Attraktiver Einstieg

Für das dritte Quartal hat Netgear seine Umsatzprognose leicht angehoben, auch beim Ergebnis erwartet das Management eine Verbesserung. Mit einem 2008er-KGV von knapp 16 sind die Titel günstig bewertet. Anleger sollten den Patzer im zweiten Quartal und die darauffolgende Kurskorrektur als Chance für einen günstigen Einstieg nutzen.

Kursziel bei Netgear: 30,00 Euro. Stopp: 18,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 36/2007.

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| Marion Schlegel | 0 Kommentare

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