United Internet
von Werner Sperber - Redakteur

United Internet und Paragon im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau I

Die Platow Börse ist noch immer optimistisch für United Internet. Zukunftswerte hält die Aktie von Paragon für viel zu niedrig bewertet.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Platow Börse erinnern zwar an die Probleme der Sedo Holding, die dafür gesorgt haben, dass der Mutterkonzern United Internet die Ziele für das Gesamtjahr gesenkt hat. Sie verweisen jedoch zugleich auf die guten Halbjahreszahlen des Internet-Zugangsanbieters. Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth erwartet für dieses Jahr nun einen Umsatzanstieg um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 0,58 Euro. Für das nächste Jahr prognostiziert Dommermuth ein Ergebnis pro Anteil von 1,0 bis 1,10 Euro. Zwar wäre das KGV mit 15 bis 16 dann noch immer hoch, doch da United Internet das Angebot erweitert und neue Regionen erschließt, ist die Aktie dennoch kaufenswert. Zudem dürfte die Dividende bei 0,20 Euro je Aktie bleiben. Anleger sollten den Stoppkurs bei 12,40 Euro setzen.


Zukunftswerte: Problematisch aber mit Potenzial    

Paragon war pleite. Im Oktober 2009 meldete der Automobilzulieferbetrieb Insolvenz an. Die Experten von Zukunftswerte sehen die Gründe in der zu aggressiven Akquisitionsstrategie, der zu hohen Verschuldung und zu hoher Festkosten, die nach dem ersten Höhepunkt der Schuldenkrise und Rezession zu einer Absatzkrise der Automobilunternehmen führte. Zum 1. Juni 2010 beendete Paragon das Insolvenzverfahren erfolgreich. Seitdem wächst der Konzern klar und verbesserte die Profitabilität deutlich. Im Jahr 2011 erreichte die EBIT-Marge den branchenweit überdurchschnittlich hohen Wert von 13,2 Prozent. Das spricht für die Wettbewerbsvorteile und Innovationskraft der Produkte. Paragon versorgt Autokonzerne seit der Gründung im Jahr 1988 mit Sensoren, vor allem mit Luftgüte-Sensoren, mit Mikrofonen, Batteriemanagement-Systemen und einigen weiteren Lösungen für den Fahrer-Platz sowie mit Teile für den Fahrzeugaufbau (Karosserie) im Fahrzeug-Äußeren (Exterieur) und im Fahrzeug-Inneren (Interieur). Die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 waren besser als erwartet. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 12,8 Prozent auf 37,6 Millionen Euro, das EBIT um zwei Prozent auf 5,0 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie um 1,1 Prozent auf 0,88 Euro. Die Nettoverschuldung sank um 31,3 Prozent von 8,3 auf 5,7 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 18,2 auf 31,4 Prozent. Die Bilanzdaten sind somit in Ordnung. Aufgrund schwacher Konjunkturdaten und negativer Meldungen aus der Automobilwirtschaft sank der Aktienkurs von Paragon jüngst wieder. Allerdings hat Konzerngründer, Eigentümer von 51,3 Prozent der Aktien und Vorstandsvorsitzender Klaus Frers bei der Präsentation der Halbjahreszahlen die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt. Dass Paragon mehr als 60 Prozent der Umsätze mit den deutschen Autokonzernen Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler erlöst, dürfte von Vorteil sein, denn die Autos dieser Hersteller weisen stabilere Absatzzahlen auf, als etwa die südeuropäischer Konzerne. Allerdings gibt es ein Klumpenrisiko für Paragon aufgrund des hohen Umsatzanteils des VW-Gesamtkonzerns. Die Analysten von Close Brothers Seydler schätzen den Umsatz für dieses Jahr auf 72,4 und im nächsten Jahr auf 78,3 Millionen Euro. Das EBIT soll in diesem Zeitraum von 9,5 auf 10,5 Millionen Euro zulegen und der Nettoertrag von 6,1 auf 6,7 Millionen Euro. Das entspräche Gewinnen je Aktie von 1,49 und von 1,63 Euro beziehungsweise Kurs-Gewinn-Vielfachen von 6. Das Eigenkapital soll von 15,9 auf 22,6 Millionen Euro steigen und aus einer Nettoverschuldung von 2,2 Millionen Euro soll ein Nettoguthaben von 3,8 Millionen Euro werden. Angesichts dessen habe der Aktienkurs deutliches Aufwärtspotenzial, weshalb die Analysten das Kursziel von 18 Euro auf 19 Euro angehoben haben. Anleger sollten dennoch noch immer an die Insolvenz von Paragon denken. Zudem belief sich der Buchwert je Aktie zum 30. Juni nur auf 3,27 Euro, bereinigt um immaterielle Vermögenswerte sogar nur bei 2,43 Euro. Bei einer größeren Rezession sollte die Aktie niemand halten, doch aufgrund der sehr günstigen Gewinnbewertung und dem klar überdurchschnittlichen Chance-/Risikoverhältnis sollten die Anleger sie bei Kursschwächen kaufen. 

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

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