Drillisch
- Benedikt Kaufmann

United Internet: Der absolute Knaller

Die Anleger feiern die Übernahme: Der Kurs von Drillisch springt um Plus neun Prozent – United Internet schnellt um zwölf Prozent nach oben. DER AKTIONÄR sieht hier noch mehr Potential.

Die Übernahme soll neben Telekom, Vodafone und Telefónica „eine starke vierte Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt“ schaffen, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Freitagmorgen hervorging. Zusammen hätte der neue Anbieter rund zwölf Millionen Kunden und Umsätze von über 3,2 Milliarden Euro.

Ziel des Deals ist es, 1&1 Telecommunication in Drillisch einzugliedern und unter dem Dach von United Internet einen leistungsfähigen Komplettanbieter mit erheblichem Synergie- und Wachstumspotenzial zu schaffen. Die Synergieeffekte dürften sich erstmals 2018 auf die Bilanz auswirken und jährlich mit 150 Millionen Euro zu Buche schlagen. Bis 2025 dürfte dieser Wert sogar auf jährlich 250 Millionen Euro steigen.

So läuft die Übernahme ab

Die vereinbarte Transaktionsstruktur sieht zwei Sachkapitalerhöhungen vor. In der ersten bringt United Internet 7,75 Prozent der 1&1 Telecommunication gegen neu ausgegebene Drillisch-Aktien (9.062.169 Stück) ein – der Anteil von United Internet an Drillisch wird sich so auf knapp 30 Prozent erhöhen. Die zweite Sachkapitalerhöhung bringt die restlichen 92,25 Prozent der Aktien gegen neue Drillisch-Aktien (rund 107 Millionen Stück) ein. Die Beteiligung von United Internet an Drillisch würde dann 72,7 Prozent der Anteile umfassen.

Begleitet wird die Transaktion von einem freiwilligen Übernahmeangebot seitens United Internet an sämtliche außenstehende Aktionäre von Drillisch. Die Aktionäre würden je Aktie 50 Euro erhalten. Daneben bleibt Drillisch weiterhin börsennotiert und wird weiterhin eine eigenständige Dividendenpolitik fahren.

Potential bis 52,00 Euro

United Internet dürfte seine Stellung im deutschen Telekom-Markt signifikant verbessern und langfristig von der Übernahme profitieren. DER AKTIONÄR sieht hier Potential bis 52,00 Euro.

Update: Drillisch-Angebot:

Anleger haben mehrere Möglichkeiten:

1. Sie nehmen das Angebot an und verkaufen für 50 Euro – nicht gerade ratsam bei einem Kurs am Markt von 53,65 Euro.

2. Daher auch die 2. Alternative. Sie verkaufen Ihre Aktien am Markt und streichen möglicherweise Gewinn ein.

3. Sie unternehmen nichts. Folgen ergeben sich keine. Drillisch bleibt auch nach der Übernahme am Markt handelbar. Sie werden jedoch im Rahmen einer sehr wahrscheinlichen zweiten Kapitalerhöhung zur Übernahme weitere Bezugsrechte erhalten.

4. Sie nehmen das Angebot nicht an und spekulieren auf eine Nachbesserung des Angebots bzw. steigende Gewinne.

DER AKTIONÄR rat Anlegern die Hälfte der Aktien am Markt zu verkaufen und mit der anderen Hälfte auf steigende Kurse bzw. eine Nachbesserung des Angebots zu spekulieren.

 


 

Börsenerfolg mit der Keynes-Methode

Autor: John F. Wasik
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