Unicredit
- Thorsten Küfner - Redakteur

Unicredit: Das sagen die Experten

Die Aktie der Unicredit hat ihren dramatischen Kurssturz im heutigen Handel zumindest vorerst gestoppt. Nach Ansicht der Experten von UBS und JPMorgan wäre eine Gegenbewegung mittlerweile gerechtfertigt. Sollten Anleger nun einen Einstieg wagen?

Nach mehreren Handelstagen, an denen es mit der Aktie der Unicredit bergab ging, kann sich der Kurs im frühen Handel zumindest wieder etwas erholen. Gestern verbilligten sich die Anteilscheine von Italiens größter Bank um knapp 40 Prozent (DER AKTIONÄR berichtete), was allerdings auch bedingt durch den Handel ex-Bezugsrecht war. Konzernchef Federico Ghizzoni bestätigte indes trotz des heftigen Kursabschlags, dass es die richtige Entscheidung war, sich durch die Kapitalmaßnahme 7,5 Milliarden Euro zu beschaffen. Die Unicredit zähle damit zu den am besten kapitalisierten Großbanken Europas. Er betonte zudem, dass der Kursrutsch allein mit der Kapitalerhöhung zusammenhängt. Indes haben sich nun auch die Analysten einiger Großbanken mit der Aktie der Unicredit befasst - und viele zeigen sich dabei relativ zuversichtlich.

Kursziel 3,50 Euro

JPMorgan hat etwa die Einstufung der Aktie mit „Neutral" bestätigt. Das Kursziel wurde auf 3,50 Euro beziffert - daraus ergibt sich ein Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent. Die Experten betonen, dass die Unicredit durch die Kapitalerhöhung die von der EBA ermittelte Kapitallücke von acht Milliarden Euro nahezu komplett geschlossen habe. Auch im vergleich zur Konkurrenz haben die Italiener nun ihre Kapitallücke geschlossen.

Die UBS hat die Unicredit-Aktie von „Neutral" auf „Kaufen" heraufgestuft. Die Schweizer gehen davon aus, dass das Kreditinstitut durch Restrukturierungen die schwächere Profitabilität im Vergleich zur Konkurrenz verringern könnte. Zudem loben die Analysten die starke Kapitalbasis dank der jüngsten Aktienemission sowie die niedrige Bewertung.

Nur für Mutige

Konservative Anleger sollten die Unicredit-Aktie wegen der bestehenden Risiken, wie beispielsweise die gehaltenen italienischen Staatsanleihen im Volumen von knapp 40 Milliarden Euro sowie die sich weiter abschwächende Konjunktur auf dem italienischen Heimatmarkt, vorerst meiden. Mutige können hingegen das aktuell enorm günstige Kursniveau mit einem KBV von 0,16 und 2012er-KGV von 5 zum Aufbau erster Positionen bei dem trotz allem relativ gut aufgestellten Kreditinstitut nutzen. Investierte Anleger sollten dabei allerdings einen engen Stoppkurs setzen.

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