DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Unheil im Anmarsch - kommt jetzt der Siebener-Crash?

Der Herbst naht, das Wetter wird rauer. Auch an der Börse? Kann sehr gut sein, wie ein Blick auf die Statistik zeigt. Denn auf Jahren mit einer 7 lastet ein Fluch.

Jahre, die auf sieben enden, waren in der Vergangenheit stets geprägt von heftigen Kurseinbrüchen, berichtet die Welt in ihrer heutigen Ausgabe. In den letzten Monaten ging es oftmals kräftig abwärts.

„In Siebener-Jahren legte der Dow Jones im Durchschnitt bis August deutlich zu, gab im Herbst allerdings spürbar nach“, zitiert das Blatt Markus Reinwald, Aktienexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Selbst wenn man den Crash von 1987 heraus rechne, ändere sich nicht grundsätzlich etwas am Ergebnis. Reinwald: „Siebener-Jahre haben es in sich, insbesondere die Herbstmonate.“ Am Ende steht laut dem Experten ein Jahresverlust von durchschnittlich 2,5 Prozent.

Trotzdem warnt der Experte davor, die Studie zu ernst zu nehmen. „Es wäre sicherlich fahrlässig, Anlageentscheidungen allein auf Basis solcher historischer Muster zu treffen.“

Völlig richtig! Zumal die letzten beiden Jahre mit einer 7 am Ende Top-Börsenjahre waren. 2007 legte der DAX 22 Prozent zu, 1997 sogar 77 Prozent.

Natürlich kann es nach mittlerweile acht Jahren immer mal wieder zu Gewinnmitnahmen kommen. Doch auch noch jetzt sind Aktien alternativlos. Denn: Die Rendite von Staatsanleihen gleicht noch nicht mal die Inflation aus, während die Dividendenrendite vieler Blue Chips bei über zwei Prozent und damit über der Inflationsrate liegt.

Wann Anleihen wieder eine Alternative werden, ist schwer zu sagen. Auch wenn die Notenbanken alle paar Monate an der Zinsschraube drehen: Leitzinsen jenseits der fünf Prozent, wie es früher oft Standard war, wird es in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich nicht geben.

Außerdem stehen die Konzerne heute viel besser da als vor der Finanzkrise vor zehn Jahren und legen bei Umsatz, Gewinn und Gewinnspannen kräftig zu. Etliche Traditionsunternehmen, die früher ungelenk und eingestaubt waren, haben sich den modernen Zeiten angepasst und ziehen wieder mehr Kunden an. Bestes Beispiel dafür ist McDonald’s. Die Filialen sind schick und gemütlich, die Menükarte macht Appetit auf mehr. Durch Automatisierung und Robotik wird der Burger-Brater seine Margen noch weiter steigern. Die Aktie hat noch Potenzial – und ist damit bei weitem nicht die einzige.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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