Continental
- DER AKTIONÄR

Ungebremstes Wachstum

Seit dem Tief im Jahr 2001 konnte die Continental-Aktie satte 800 Prozent zulegen. Ist es da nicht langsam an der Zeit, an Gewinnmitnahmen zu denken? Mitnichten, denn das Unternehmen hat in den letzten Jahren stark an Rentabilität gewonnen und steht besser da als je zuvor. Für 2007 erwarten Analysten einen Gewinn von 7,97 Euro je Aktie, was einem KGV von 11 entspricht.

Die Continental-Aktie hat in den letzten Jahren bereits eine ordentliche Performance aufs Parkett gelegt. Geht die Fahrt weiter oder ist der Wert schon zu teuer?

Seit dem Tief im Jahr 2001 konnte die Continental-Aktie satte 800 Prozent zulegen. Ist es da nicht langsam an der Zeit, an Gewinnmitnahmen zu denken? Mitnichten, denn das Unternehmen hat in den letzten Jahren stark an Rentabilität gewonnen und steht besser da als je zuvor. Für 2007 erwarten Analysten einen Gewinn von 7,97 Euro je Aktie, was einem KGV von 11 entspricht. Bei einem KUV von 0,8 gehört der Wert damit zu den günstigsten DAX-Titeln.

Für eine Überraschung gut

Angesichts aktueller Entwicklungen erscheinen die bisherigen Prognosen jedoch als zu konservativ. Bei dem Automobilzulieferer entfallen 20 Prozent der jährlichen Materialkosten auf Erdölerzeugnisse wie Gummi oder Kunststoffe. In der Vergangenheit konnte man im Reifengeschäft immer wieder Preiserhöhungen durchsetzen und so die gestiegenen Rohstoffkosten teilweise an die Kunden weitergeben. Vor einigen Wochen geriet das spekulationsgetriebene Rohöl allerdings deutlich unter Druck. Das sorgt für Fantasie bei den Niedersachsen, denn das Unternehmen betreibt kein Preishedging. Sollte der Ölpreis mittelfristig auf dem aktuellen Niveau verbleiben, dürfte sich das bereits Ende 2006 positiv im Ergebnis niederschlagen. Das große Potenzial bei den Hannoveranern liegt aber in der Automotive-Sparte. Ab September 2007 sollen in den USA alle neuen Pkws unter 2.250 Kilogramm mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ausgestattet werden – aktuell liegt der Anteil bei den Neuzulassungen noch unter 30 Prozent. Continental macht derzeit knapp sechs Milliarden Umsatz im Bereich Automotive und ist mit einem Anteil von 35 Prozent Weltmarktführer bei elektronischen Bremssystemen. 2006 rechnet man bereits mit einem Absatzplus von 33 Prozent bei ESP-Einheiten, auf längere Sicht könnte die neue Verordnung den Umsatz im Milliardenbereich wachsen lassen.

Gerüchteküche

Die guten Perspektiven haben inzwischen auch die ersten Kaufinteressenten angelockt. Continental bestätigte kürzlich den Kontakt mit einem Investor, dem inzwischen aber eine Absage erteilt wurde. Aus Insiderkreisen war zu hören, dass ein Konsortium um Bain Capital ein Angebot deutlich über dem aktuellen Marktwert abgegeben hat. Vielleicht auch wegen einer drohenden Übernahme ließ sich der Vorstand im Mai einen Vorratsbeschluss zum Rückkauf von zehn Prozent des Grundkapitals genehmigen. Experten rechnen damit, dass Continental in naher Zukunft einen Teil seiner guten Ertragslage in Form einer erhöhten Dividende oder eines Aktienrückkaufprogramms an die Aktionäre weitergeben wird.

Dauerläufer

Momentan spricht alles dafür, dass Continental die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen wird. Nicht zuletzt das Übernahmeangebot belegt die Attraktivität der Aktie auf dem aktuellen Niveau. Vor einem Einstieg sollte jedoch eine Korrektur bis etwa 85 Euro abgewartet werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 40/2006.

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