Simona
- DER AKTIONÄR

Unbekannte Schönheit

Würde man eine Umfrage unter Anlegern durchführen, ob sie schon einmal von der Simona AG gehört hätten, hieße die Antwort wohl fast immer Nein. Dabei ist das Unternehmen, das 1857 gegründet wurde, bereits seit 17 Jahren börsennotiert. Die Anonymität ist aber nicht beabsichtigt, denn verstecken muss sich Simona ganz und gar nicht.

Simona hat genug vom Schattendasein. Der Konzern profitiert vom Umweltboom und ist attraktiv bewertet.

Würde man eine Umfrage unter Anlegern durchführen, ob sie schon einmal von der Simona AG gehört hätten, hieße die Antwort wohl fast immer Nein. Dabei ist das Unternehmen, das 1857 gegründet wurde, bereits seit 17 Jahren börsennotiert. Die Anonymität ist aber nicht beabsichtigt, denn verstecken muss sich Simona ganz und gar nicht.

Aus Erfahrung gut

Die Gesellschaft aus dem rheinlandpfälzischen Kirn stellt Kunststoffhalbzeuge her. Klingt zunächst zwar nicht sehr spannend, dahinter verbirgt sich aber eine hochinteressante Story. Abnehmer der Materialien sind Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. Zum Beispiel Chemiekonzerne, die spezielle, chemikalienresistente Behälter benötigen, oder Maschinenbauer, für die Simona etwa Transportbänder herstellt. Die eigentliche Wachstumsfantasie bei den Kirnern ergibt sich allerdings aus den Aktivitäten im Umweltbereich. Kunststoffhalbzeuge werden zum Beispiel für die Produktion von Abwasserrohren benötigt. Besonders in Osteuropa besteht hier ein hoher Sanierungsbedarf. In Israel wirkte Simona an einer Meerwasserentsalzungsanlage zur Herstellung von Trinkwasser mit – angesichts der Wasserknappheit in vielen Ländern ein Markt mit viel Potenzial. Auch bei Projekten zur Ableitung und Sammlung von klimaschädlichem CO2, das als Wachstumsförderer in Gewächshäusern gebraucht wird, kommen Simona- Produkte zum Einsatz. Ebenso bei der Rauchgasentschwefelung von Kohlekraftwerken. Das Ergebnis ist eine höhere Lebensdauer der Fabriken und eine Senkung des CO2-Ausstoßes.

Jetzt kommen wir

In den kommenden Jahren will Simona kräftig expandieren – etwa in Osteuropa und China. Bis 2012 peilt die Gesellschaft eine deutliche Umsatzsteigerung an – von 263 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf rund 500 Millionen Euro. „Aus diesem Grund schauen wir uns nach Übernahmezielen um“, so Simona-Chef Wolfgang Moyses zum AKTIONÄR. Moyses kann sich zudem vorstellen, bald auch für den wichtigen Medizinmarkt zu produzieren. „Auch der Einstieg ins Endkundengeschäft ist angedacht.“ Vom Schattendasein an der Börse hat Moyses die Nase voll. Daher hat er Maßnahmen beschlossen, die den Konzern bekannter machen sollen: etwa den Ausbau der Marketing-Abteilung und die Veranstaltung von Roadshows. „Zudem haben wir vielversprechende Investorengespräche geführt“, sagt Moyses.

Attraktive Angelegenheit

Simona ist breit aufgestellt und spielt eine bedeutende Rolle bei der Realisierung wichtiger Projekte, die zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Lebensumstände beitragen. Zudem ist die Gesellschaft, die im General Standard notiert ist, mit einem 2008er-KGV von 10 günstig zu haben, sodass sich Simona von der Außenseiterin zum Liebling der Börsianer mausern könnte. Langfristig orientierte Anleger kaufen.

Kursziel bei Simona: 500,00 Euro. Stopp: 290,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2007.

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