IDS SCHEER AG O.N. SVG
- DER AKTIONÄR

Überzogen abgestraft

Manchmal kann man sich an der Börse nur verwundert die Augen reiben. Da vermeldet ein Unternehmen das beste Ergebnis der Firmengeschichte, trotzdem knickt der Kurs ein. So geschehen bei IDS Scheer - jedoch zu Unrecht, denn die Perspektiven stimmen weiterhin.

Die Aktie des IT-Systemdienstleisters IDS Scheer rauschte nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen in den Keller. Zu Unrecht, denn die Perspektiven stimmen weiterhin.

Manchmal kann man sich an der Börse nur verwundert die Augen reiben. Da vermeldet ein Unternehmen das beste Ergebnis der Firmengeschichte, trotzdem knickt der Kurs ein.

Zukäufe geplant

Anscheinend enttäuschte der verhaltene Ausblick des IT-Dienstleister IDS Scheer mit einem erwarteten Umsatzanstieg um sechs Prozent für das laufende Jahr die Marktteilnehmer. Völlig vernachlässigt wurde aber, dass das Un­ternehmen traditionell eher konservative Prognosen herausgibt. Zudem zahlt IDS Scheer als eines der wenigen TecDAX-Unternehmen seinen Aktionären seit Jahren beständig eine Dividende, aktuell 22 Cent je Aktie.
Seine mittelfristigen Ziele hat das Management zudem noch einmal bekräftigt. Durch Zukäufe will man den Umsatz im Jahr 2010 auf 600 Millionen Euro hieven, die EBITDA-Marge soll sich von aktuell zehn auf 14 Prozent deutlich verbessern. Eine größere Einkaufstour dürfte keine Probleme be­reiten, die Kriegskasse ist prall gefüllt: Zum Ende des vergangenen Jahres be­tru­gen die liquiden Mittel knapp 100 Mil­lionen Euro.

SAP ante portas?

Bekannt ist IDS Scheer vor allem für seine Software ARIS, mit der das Unternehmen Weltmarktführer im Bereich Business Process Management (BPM) ist. Traditionell verbindet den IT-Dienstleister seit Jahren eine enge Kooperation mit SAP. Setzten die Walldorfer in der Vergangenheit auf organisches Wachstum, vollzogen sie im letzten Jahr mit der Übernahme von Business Objekts einen radikalen Strategiewechsel. Auch IDS Scheer würde technologisch hervorragend zu dem Softwareriesen passen.

Fazit

Nach der Kurshalbierung ist die Aktie von IDS Scheer nun wieder durchaus einen Blick wert. Für SAP wäre das Unternehmen auf dem aktuellen Kursniveau ein Schnäppchen. Die mittelfristige Unternehmensperspektive stimmt, eine Prise Übernahmefantasie gibt es noch als Zugabe.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 15/2008.

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