ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

Überraschung: ThyssenKrupp mit Plan B zu Tata – Schnapsidee oder echte Alternative?

Seit Monaten warten Anleger darauf, dass ThyssenKrupp Klarheit für seine Stahlsparte schafft. Bislang konnte mit dem potenziellen Partner Tata Steel aber keine Einigung erzielt werden. Das Management schaut sich deshalb nach wie vor nach Alternativen um. Selbst eine komplette Aufspaltung könnte möglich sein.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass ThyssenKrupp einen radikalen Aufspaltungsplan durchspielt. Das europäische Stahlgeschäft könnte demnach im DAX-Konzern verbleiben. Dafür würden das Aufzugsgeschäft, die Komponentenfertigung und der Anlagenbau ausgegliedert. Im vergangenen Jahr haben diese Bereiche etwa 80 Prozent des gesamten Umsatzes von ThyssenKrupp erzielt.

Konzernchef Heinrich Hiesinger und Finanzchef Guido Kerkhoff präferieren allerdings nach wie vor ein Stahl-Joint-Venture mit Tata. Der Plan B zeigt aber, dass das Management auch weitere Alternativen im Blick hat und nicht um jeden Preis die Stahlfusion durchdrücken will. Ein Sprecher von ThyssenKrupp erklärte lediglich, dass das Unternehmen regelmäßig verschiedene Szenarien prüfe.

Zeit für Veränderungen

Nach einem kurrzeitigen Kurssprung reagiert die Aktie von ThyssenKrupp am Mittwoch kaum auf das neue Szenario. Eine Tata-Fusion wäre nach wie vor wünschenswert. Allerdings dürften auch bei einer Aufspaltung Werte gehoben werden. Ohne Konglomeratsabschlag wären die Einzelbereiche mehr wert. Fraglich bleibt allerdings, wie zukunftsfähig ThyssenKrupp selbst lediglich mit dem Stahlgeschäft und der schwachen Bilanz wäre.

Hiesinger dürfte aber in jedem Fall eine wertsteigernde Lösung für die Aktionäre finden. Anleger bleiben deshalb dabei und setzen auf eine Neubewertung mit Kursen über 30 Euro – oder lukrative Beteiligungen an den abgespaltenen Teilbereichen.

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