Osram
- Michael Schröder - Redakteur

Übernahmepoker bei Osram: 50€ plus X? Die Spannung steigt!

Osram steht im Vorfeld der Hauptversammlung am kommenden Dienstag im Fokus. Die Aktie hat ihren Wert in den vergangenen zwölf Monaten halbiert. Gleich zwei Gewinnwarnungen wurden ausgegeben. Vor allem die Chiptochter OS bereitet Probleme. Das verbilligte Kursniveau lockt Investoren an. Eine Übernahme des Lichtkonzerns wird geprüft.

Bei Osram lief es alles andere als rund. Lange Zeit hatten die hohen Wachstumsraten und Umsatzrenditen der Chiptochter OS den Kurs des Lichtkonzerns in die Höhe getrieben. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Die ehemalige Siemens-Tochter leidet unter der Schwäche des Automarkts und der niedrigeren Nachfrage nach LED-Chips. Im Geschäftsjahr 2017/18 musste Vorstand Olaf Berlien die Prognosen gleich zweimal nach unten anpassen. Viel Optimismus versprüht der Vorstand mit einer Wachstumsprognose von null bis drei Prozent dabei auch für 2018/19 nicht. Die Margen dürften unter Druck bleiben. Immerhin: Sorgen um die Existenz müssen sich die Investoren bei dem schuldenfreien Konzern mit einer Eigenkapitalquote von 57 Prozent nicht machen. „Die Strategie ist intakt, und die Trends, auf die wir setzen, sind intakt“, beteuerte auch Berlien zuletzt im Gespräch mit dem Handelsblatt.


Die schwache operative Entwicklung ist nicht spurlos an der Aktie vorbei gegangen. Vom Hoch bei knapp 80 Euro Anfang 2018 ist der Kurs im Tief bis 30 Euro eingebrochen. Seit dem Sommer pendelt die Aktie in einer Range zwischen 30 und 40 Euro seitwärts. Für die jüngsten Kurssprünge sorgten dabei aber nicht die notwendigen operativen Fortschritte, sondern Übernahmespekulationen.

Hatten sich diese Gerüchte bisher immer wieder zerschlagen, könnte es nun ernst werden. Osram führt Gespräche mit den beiden Private-Equity-Gesellschaften Bain Capital und Carlyle Group. Eine Einschätzung ist schwer: Die Chance, dass die beiden Beteiligungsgesellschaften ein Gebot unterbreiten, liegt derzeit bei 50 Prozent. Die wichtige Prüfung der Bilanz (Due-Diligence) dauert dem Vernehmen nach noch bis Ende März. Bis dahin muss dann ein Übernahmeangebot präsentiert werden – oder eben nicht. Noch ist alles offen.

Derzeit wird Osram mit 4,25 Milliarden Euro bewertet. Legt man die übliche Übernahmeprämie von 20 Prozent zugrunde, dann müsste ein Übernahmeangebot klar über 40 Euro liegen. Unterstellt man der Gesellschaft einen erfolgreichen Abschluss der laufenden Transformationsphase und eine Belebung der Umsätze samt einer nachhaltigen Steigerung der Margen, dann könnte sogar eine fünf vor dem Komma stehen - also 50 Euro plus X geboten werden. Erst dann dürften vermutlich auch die Großaktionäre bereits sein, sich von ihren Anteilen zu verabschieden.

Am Ende müssen die Osram-Verantwortlichen aufpassen, nicht zum Spielball der Investoren zu werden – und dabei die operative Entwicklung aus den Augen zu verlieren. Für Anleger hat das Fazit Bestand: Anleger sollten „den Fuß“ weiter in der Tür behalten – mindestens bis zur Hauptversammlung am 19. Februar.

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