Repower Systems
- DER AKTIONÄR

Übernahme verleiht Flügel

Der weltweit größte Kernenergie-Erzeuger Areva sieht offenbar gehörig Potenzial im anziehenden Markt für Offshore-Windenergie. Die Franzosen, welche bisher knapp unter 30 Prozent an Repower halten, haben den restlichen Aktionären 105 Euro je Aktie geboten. Das ist ein saftiger Aufschlag von mehr als 40 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate.

Der französische Großaktionär Areva hat mit einem Kaufgebot für Repower die ganze Windkraftbranche aufgewirbelt und ein Fest für die Anleger ausgelöst.

Der weltweit größte Kernenergie-Erzeuger Areva sieht offenbar gehörig Potenzial im anziehenden Markt für Offshore-Windenergie. Die Franzosen, welche bisher knapp unter 30 Prozent an Repower halten, haben den restlichen Aktionären 105 Euro je Aktie geboten. Das ist ein saftiger Aufschlag von mehr als 40 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Zwar schwankt das Papier getrieben durch die Meldung derzeit um die 110-Euro-Marke. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass bei solchen Übernahmespielchen meist eine Erhöhung des ersten Angebots folgt – Anleger sollten daher ihre Stoppkurse nachziehen und abwarten.

Dominoeffekt

Die Nachrichten um Repower haben einen regelrechten Dominoeffekt ausgelöst. Börsianer sehen nach dem Geschäft mit Landanlagen einen neuen Trend bei den Windturbinen auf dem Meer. Diese Tendenz, gepaart mit neuer Konsolidierungsfantasie hat die Aktien von Windanlagenbauern weltweit steigen lassen. So auch bei Nordex, die ihren bisherigen Geschäftsausblick für 2007 bekräftigten. DER AKTIONÄR hebt aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung in der Branche den bisherigen Zielkurs bei dem Papier erneut an.

Der Primus

Zugelegt hatte auch die Aktie des dänischen Vestas-Konzerns. Noch im Jahr 2005 standen die Zeichen beim Weltmarktführer auf Sturm. Nach zwischenzeitlich verlustreichen Tagen hat der Wind aber gedreht: Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Unternehmen Umsätze in Höhe von 4,5 Milliarden Euro (plus 21 Prozent) in Aussicht, bei einer EBIT-Marge von rund fünf Prozent. Bis 2008 soll die Gewinnspanne auf zehn bis zwölf Prozent steigen und der Marktanteil nach installierter Leistung auf 35 Prozent (aktuell knapp 30) ausgebaut werden. Der Sprung bei der Profitabilität ist ein Zeichen für die allgemein guten Perspektiven bei Windenergie, die es sogar erlauben, unrentablere Aufträge abzulehnen. Rund die Hälfte des Geschäfts bei Vestas kommt aus Europa. Die Aufträge aus Asien oder den USA gewinnen aber stetig an Fahrt. So sollen in Amerika im Jahr 2007 insgesamt Windanlagen mit einer Kapazität von 3.000 Megawatt installiert werden – davon sollten auch die Dänen profitieren.

Politischer Push

Neben der Übernahme von Repower verleiht der Windbranche auch die Politik Flügel: Präsident Bush hat in seiner Rede zur Lage der Nation deutlich wie nie zuvor die Umweltprobleme angesprochen und beim Weltwirtschaftsforum in Davos steht der Klimawandel oben auf der Diskussionsliste. Repower wie Nordex sollten Anleger mit angepassten Stoppkursen im Depot behalten. Für einen Neueinstieg bietet sich das Papier vom Weltmarktführer Vestas an – dafür spricht das 2007er-KGV von 29 sowie der glänzende Geschäftsausblick.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 06/2007.

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