MTU
- DER AKTIONÄR

Überflieger

Seit einigen Wochen gehört MTU zu den stärksten Aktien im MDAX, was vor allem an der guten Nachrichtenlage beim Triebwerkshersteller liegt. So konnte man in den ersten neun Monaten 2006 den bereinigten Jahresüberschuss von 35,3 Millionen auf 87,7 Millionen Euro mehr als verdoppeln – Analysten hatten 68,9 Millionen erwartet. Stärkster Wachstumstreiber war dabei das Geschäft mit der Instandhaltung für Zivilmaschinen.

Die MTU-Aktie hat in den letzten Wochen ein wahres Kursfeuerwerk aufs Parkett gelegt. Nicht nur von charttechnischer Seite spricht derzeit alles für eine Fortsetzung des Höhenflugs.

Seit einigen Wochen gehört MTU zu den stärksten Aktien im MDAX, was vor allem an der guten Nachrichtenlage beim Triebwerkshersteller liegt. So konnte man in den ersten neun Monaten 2006 den bereinigten Jahresüberschuss von 35,3 Millionen auf 87,7 Millionen Euro mehr als verdoppeln – Analysten hatten 68,9 Millionen erwartet. Stärkster Wachstumstreiber war dabei das Geschäft mit der Instandhaltung für Zivilmaschinen, hier legte der Umsatz um fast 30 Prozent zu. Für das Gesamtjahr wurde die Gewinnprognose nochmals um knapp zehn Prozent auf 115 Millionen Euro angehoben.

Echte Probleme?

Doch in den letzten Wochen verunsicherten Meldungen über einen Skandal beim britischen Flugzeugbauer BAE die Anleger: Dieser soll bei einem Auftrag über 72 Eurofighter, an deren Turbinen MTU mit 30 Prozent beteiligt ist, Schmiergelder an die saudi-arabischen Abnehmer gezahlt haben. Die laufenden Verfahren verzögern die Auslieferung des Kampfflugzeuges und könnten sogar zu einer Stornierung führen, wodurch MTU Umsatzeinbußen von rund 100 Millionen Euro erleiden würde. Die Experten von JPMorgan erachten das Ausfallrisiko aber für gering, was auch an den komplexen Vertragsbeziehungen zwischen BAE und den Saudis liegen dürfte. Langfristig sind hier weitere Aufträge zu erwarten. Auch die Misere beim Airbus A380 spielt für MTU nur eine untergeordnete Rolle. Hier findet lediglich eine Verschiebung des Umsatzes nach hinten statt, bisher gab es kaum Abbestellungen für den Prestigeflieger. Die Gewinnentwicklung wird in den nächsten Jahren nicht beeinträchtigt, da die Münchener an der Erstauslieferung dieser Triebwerke kaum etwas verdienen, sondern ihr Geschäft mit Wartung und Service machen.

Optimistischer Ausblick

Für Fantasie sorgt derweil ein anderer Airbus. Die chinesische Fluggesellschaft China Southern orderte kürzlich 50 neue Antriebe für das Modell A320 beim Konsortium IAE. Über seine Beteiligung verdient MTU an diesem Auftrag 110 Millionen Euro und wird zudem eine maßgebliche Rolle bei der gewinnträchtigen Instandhaltung spielen. Außerdem machen die Münchener weitere Schritte in Richtung USA. Aktuell ist man mit 2,5 Prozent am Triebwerk eines Navy- Flugzeugs beteiligt – der Auftrag soll bis 2025 ein Gesamtvolumen von acht Milliarden Euro erreichen. „Wir prüfen zusammen mit General Electric die Aufstockung dieses Anteils auf fünf bis zehn Prozent. Die Option ist uns vertraglich zugesichert, mit einer Entscheidung kann Anfang nächsten Jahres gerechnet werden“, kommentierte ein MTU-Sprecher den aktuellen Planungsstand im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Im Blickpunkt der Börse steht jedoch das Kostensenkungsprogramm, das neben einem neuen Werk in Zentraleuropa auch den Abbau von 250 bis 300 Stellen in nicht produktionsbezogenen Bereichen wie der Verwaltung vorsieht. Außerdem sollen Prozessoptimierungen sowie die intensivere Einbindung einer kleineren Zahl an Lieferanten ab 2008 zu jährlichen Einsparungen von 50 Millionen Euro führen.

Gewinnwachstum im Vordergrund

Mit einem KGV von 13 für 2007 ist MTU moderat bewertet. Vor allem das Einsparungsprogramm dürfte den Gewinn in den nächsten Jahren deutlich steigern. Die Aktie präsentiert sich technisch sehr stark und sollte in einem positiven Marktumfeld weiter zu den Überfliegern zählen. Defensivere Anleger greifen zum Bonuszertifikat.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 52/06 - 01/07.

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| Stefan Limmer | 0 Kommentare

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