UBS
- Thorsten Küfner - Redakteur

UBS überrascht mit hohem Quartalsgewinn

Die Großbank UBS hat im vierten Quartal einen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken erzielt. Damit übertrafen die Schweizer die Markterwartungen deutlich. Der Aktienkurs gab kurz nach der Meldung allerdings zunächst nach, denn es gibt erneut zahlreiche besorgniserregende Entwicklungen.

Die UBS hat nach vier Verlustquartalen in Folge erstmals wieder einen Gewinn erzielt. Mit 1,2 Milliarden Franken fiel der Überschuss sogar deutlich höher aus als Analysten prognostiziert hatten (330 Millionen Franken). Für das Gesamtjahr muss die Großbank allerdings dennoch einen von 2,7 Milliarden Franken ausweisen - eine erhebliche Verbesserung zum Jahr 2008, als die Schweizer noch einen Fehlbetrag von satten 21 Milliarden Franken erwirtschaftet hatten. Einer der Gründe für den hohen Verlust war 2008 die Investmentbankingsparte, die im Schlussquartal 2009 einen Vorsteuergewinn von rund 300 Millionen Euro einfuhr.

Kundenziehen weiter Geld ab

Die für viele Experten aber entscheidende Kennzahl entwickelte sich allerdings erneut sehr schlecht für die UBS. Das Institut verlor erneut mehr Kundengelder als Analysten prognostiziert hatten. Im Zuge der Finanzkrise hat die UBS ohnehin viel Vertrauen eingebüßt. Nun belasten die Folgen des Steuerstreits mit den US-Behörden. Darüber hinaus erwarten Experten einen weiteren Abzug von Kapital ausländischer Privatkunden. So flossen im Zuge der Amnestie für italienische Steuersünder bereits 8,5 Milliarden Franken von der UBS ab. Das "Abflusspotenzial" im Zuge des härteren Vorgehens ausländischer Behörden gegen Steuersünder ist nach wie vor sehr hoch: Wie die FAZ berichtet, verwalten Banken in der Schweiz nach Angaben der Nationalbank Auslandsvermögen von 2,4 Billionen Franken. 700 Milliarden Franken davon sollen von Privatanlegern stammen, wovon 30 bis 50 Prozent nicht deklariert sein sollen.

Finger weg!

DER AKTIONÄR hält weiterhin an seiner Einschätzung zur Aktie der UBS fest: Das Papier dürfte sich in den kommenden Monaten schwächer entwickeln als die meisten anderen Bankenwerte. Mit dem Abfluss der Kundengelder sinken die stabilen und vor allem - im Vergleich zu den Erträgen im Investmentbanking - relativ leicht und risikolos zu erzielenden Erträge in der Vermögensverwaltung deutlich. Dass diese Einnahmeausfälle durch das Investmentbanking aufgefangen werden können, ist nur schwer vorstellbar. Anleger sollten die UBS-Aktie daher weiterhin meiden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Platzt jetzt der nächste Deal?

Die Gespräche über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank wurden Ende April beerdigt. Überlebt haben jedoch Spekulationen, wonach die Deutsche Bank ihre Fondstochter DWS verkaufen oder mit einem Konkurrenten fusionieren könnte. Doch auch diese Gespräche sollen nun ins Stocken … mehr
| Michael Schröder | 0 Kommentare

Übernahmepoker bei Osram: Kommen Bain Capital und Carlyle Group zum Zug und wie reagieren Allianz, Blackrock, Deutsche Bank und Co?

DER AKTIONÄR hat es bereits gestern in einem Update erklärt: Osram führt Gespräche mit Finanzinvestoren über ein mögliches Übernahmeangebot. Für die leidgeplagten Investoren kam der Kurssprung nach einigen schwachen Quartalen und einem kräftigen Rücksetzer der Aktie gerade recht. Doch wie ernst ist … mehr
| Börsen.Briefing. | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Achtung Zahlen | SDAX-Aktie nach Kursexplosion: Nächstes Hammer-Kursziel | Infineon-Aktie vor Comeback? – Täglich neu: Das Börsen.Briefing.

Zum Wochenauftakt präsentieren sich die Aktienmärkte relativ gelassen. Sie nehmen eine Auszeit, nachdem die Kurse Ende vergangener Woche heftig gestiegen waren. Doch schon morgen ist mit mehr Bewegung zu rechnen. Nicht nur die USA werden dann wieder ins Geschehen eingreifen – auch Meldungen zu und … mehr