Twitter
- Julia Breuing

Twitter: Kommt jetzt doch der Turnaround?

Twitter wird dieses Jahr laut eMarketer von der App Snapchat in den US-Nutzerzahlen überholt. Damit hinkt die Internetplattform den Giganten der Branche immer weiter hinterher. Bis jetzt.

Twitter kämpft seit einiger Zeit gegen die schrumpfenden User-Zahlen an. Bislang hat das Unternehmen noch keine effektive Strategie gefunden, um das zu bekämpfen. Zuletzt wurde die Aktie von Analysten von Moffett Nathanson auf Sell abgestuft. Mit den harten Worten „Hoffnung ist keine Strategie“ erklärten sie, dass es zurzeit keinen Grund gäbe, eine Twitter-Aktie zu besitzen.

Einen Silberstreifen am Horizont gibt es dieses Jahr aber: die Wahlen des US-Präsidenten. Dieses Jahr ist die erste Wahlperiode, in der Twitter ein eigenes Team hat, das sich um den Wahlkampf kümmert. Bislang wurde schon mehr für den Wahlkampf ausgegeben als sonst. Mit dem Großteil der Einkünfte durch den Wahlkampf rechnet Twitter allerding erst in der zweiten Jahreshälfte.

Um die Plattform als Wahlkampfbasis zu bewerben, hat sich Twitter nun auch direkt an die politischen Läger gewandt. Der Onlinedienst bietet ihnen zum Beispiel die „direct-response ad“ an, in denen direkte Links zum Spendensammeln eingefügt werden. Sie können sich auch einen Platz in den Landestrends oder 24 Stunden auf dem Top-Werbeplatz sichern. Außerdem will sich Twitter durch Echtzeit-Werbung von den Konkurrenten Facebook und Alphabet abheben.

Jetzt beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs, weshalb Twitter damit rechnet, dass von Juli bis November das größte Budget zum Wahlkampf ausgegeben wird. Das heißt, in den kommenden Monaten wird deutlich, ob die neuen Maßnahmen auch wirklich den versprochenen Nutzen bringen.

Eine einseitige Beziehung?

Bislang hat Donald Trump für Twitter-Kampagnen gerade einmal knapp über 3.000 Dollar ausgegeben, für Facebook dagegen 130.000 Dollar. Trump profitiert mit 8,5 Millionen Twitter-Followern auch ohne weitere Werbeausgaben immens von dem Onlinedienst. Deshalb ist fraglich, ob die Ausgaben für Kampagnen über Twitter in den nächsten fünf Monaten wirklich so stark steigen werden.

Kein Kauf

DER AKTIONÄR rät derzeit vom Kauf der Twitter-Aktie ab. Sollte Twitter es wie versprochen schaffen, durch die nächsten Wahlkampfmonate deutlich mehr Einnahmen zu generieren als bislang, könnte ein Turnaround bevorstehen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Martin Weiß | 0 Kommentare

Twitter: Startsignal zur Trendwende?

Der 140-Zeichen-Dienst steigerte die Nutzerbasis im ersten Quartal überraschend stark um neun Millionen – doch die Kritik am Unternehmen will einfach nicht abreißen. Was denn nun, ist Twitter ein Kauf, oder droht der endgültige Absturz? mehr
| Benedikt Kaufmann | 0 Kommentare

Twitter stürzt ab – Das sind die 3 Gründe

Der pakistanische Verteidigungsminister droht nach Fake-News auf Twitter mit Atombomben und der künftige amerikanische Präsident nutzt Twitter als sein offizielles Sprachrohr. An medialer Beachtung fehlt es der Social-Media-Platform im Moment nicht. Auch an der Börse sorgte Twitter mit einem 18 … mehr
| Benedikt Kaufmann | 0 Kommentare

Twitters Alleinstellungsmerkmal ist große Chance

Twitter ist unter den sozialen Netzwerken noch immer eine Macht. Die Nutzerzahlen wachsen zwar nur noch leicht (1,3 Prozent) – sind aber weiterhin beeindruckend. 317 Millionen monatliche Nutzer, täglich mehr als eine halbe Milliarde Tweets und rund 83 Prozent aller Spitzenpolitiker sind auf der … mehr