DUCATI MOTOR HLDG
- DER AKTIONÄR

Turnaround auf Italienisch

Am vorletzten Wochenende fand in Doha/Katar der erste Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft in der Königsklasse (800 ccm) statt – Sieger: der Australier Casey Stoner auf Ducati. Damit setzte der renommierte italienische Motorradbauer seine Erfolgsserie aus dem Vorjahr fort, als er vier Siege und neun Podiumsplätze in der MotoGP Championship verbuchte und zum vierzehnten Mal in den letzten 16 Jahren den Weltmeister in der Superbike-Serie stellte.

Der Motorradhersteller Ducati hat eine lange Durststrecke durchlebt. Neue Modelle sollen für das Comeback sorgen.

Am vorletzten Wochenende fand in Doha/Katar der erste Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft in der Königsklasse (800 ccm) statt – Sieger: der Australier Casey Stoner auf Ducati. Damit setzte der renommierte italienische Motorradbauer seine Erfolgsserie aus dem Vorjahr fort, als er vier Siege und neun Podiumsplätze in der MotoGP Championship verbuchte und zum vierzehnten Mal in den letzten 16 Jahren den Weltmeister in der Superbike-Serie stellte.

Mit Vollgas aus der Krise

Trotz der sportlichen Erfolge ging es lange Zeit für Ducati wirtschaftlich abwärts. Tiefpunkt war das Geschäftsjahr 2005, in dem die Italiener 41,5 Millionen Euro in den Sand setzten. 2006 gelang immerhin eine Ergebnisverbesserung auf minus 8,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) konnte gar von minus 0,3 Millionen auf plus 27 Millionen Euro gesteigert werden. Der Umsatz sank um 1,2 Prozent auf 305 Millionen Euro. Laut Finanzvorstand Enrico D'Onofrio trägt der im März 2006 begonnene Strategiewechsel erste Früchte. Nachdem bereits die Kosten für Produktion und Lagerhaltung deutlich gesenkt werden konnten, soll künftig der Fokus auf hochpreisige Modelle gelegt werden, die höhere Margen abwerfen. So wird aller Voraussicht nach im Juli das Spitzenmodell Desmosedici RR in den Verkaufshallen stehen, das etwa 55.000 Euro kosten wird. Große Hoffnungen ruhen auch auf dem neuen Superbike 1098, das im April auf den Markt kommen soll.

Wachstumsmarkt USA

Entsprechend optimistisch ist D’Onofrio für 2007: Der Umsatz soll zweistellig wachsen, die EBITDA-Rendite bei etwa zwölf Prozent liegen und – ein Jahr früher als geplant – schwarze Zahlen geschrieben werden. Wachstumsregion soll erneut Nordamerika sein, wo Ducati bereits seit zwei Jahren profitabel arbeitet. Für 2007 rechnet die Nordamerika-Einheit mit einem Umsatzwachstum von fast 50 Prozent auf rund 145 Millionen Dollar. Laut Ducati liegen schon 3.500 Bestellungen für das 15.000 Dollar teure Superbike 1098 sowie 400 Orders für das Desmosedici RR Modell vor. Man hätte noch mehr Superbikes verkaufen können, doch könne die Produktion mit der großen Nachfrage nicht Schritt halten.

Die letzten Meter auf dem Weg zur Gewinnzone wird Vorstandsvorsitzender Federico Minoli wahrscheinlich nicht mitgehen. Presseberichten zufolge soll Minoli durch Gabriele Del Torchio, Chef des Yachtbauers Ferretti, abgelöst werden. Die Anleger reagierten auf eine entsprechende Meldung vor wenigen Tagen überraschend positiv.

Erfolgreich auf dem Parkett

Ducati ist auf einem guten Weg, die Erfolge im Rennsport auf die Börse zu übertragen. Fallen die nächsten Zahlen plangemäß positiv aus, ist das Ende der Erholung noch lange nicht in Sicht. Zusätzliche Impulse könnte ein Vorstandswechsel mit sich bringen.

Kursziel bei Ducati: 1,95 Euro. Stopp: 0,75 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 13/2007.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV