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Turboschnell

Der österreichische Aktienmarkt ließ in der Vergangenheit die anderen europäischen Börsen zum Teil weit hinter sich. Anleger können mit einem Turbo den Trend hebeln.

Der österreichische Aktienmarkt ließ in der Vergangenheit die anderen europäischen Börsen zum Teil weit hinter sich. Anleger können mit einem Turbo den Trend hebeln.

Von Hubert Brehm

Die Gründe für den Erfolg liegen nicht zuletzt in der Osteuropafantasie, wobei viele Investoren für ihren Einstieg in den CEE-Raum den Umweg über den österreichischen Aktienmarkt nutzen. Da der Großteil der in Österreich börsenotierten Konzerne einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze in Osteuropa generieren, konnten die Unternehmen von dem dortigen Wachstum enorm profitieren.

Weiterhin mit Liquidität

Ein weiterer Grund lag in den Privatisierungen der staatsnahen Betriebe. Die Beteiligungen der ÖIAG, der Österreichische Industrieholding AG, wurden über den Kapitalmarkt angeboten, der daher vermehrt ins Visier der internationalen Investoren rückte. Die lange Zeit anhaltende Unterbewertung aufgrund der Beteiligung des Staates an den börsenotierten Gesellschaften konnte damit reduziert beziehungsweise aufgeholt werden. Daneben profitierten die Unternehmen von der Senkung des Körperschaftssteuersatzes. Dies führte zu einer deutlichen Verbesserung der Gewinnentwicklung. Für zusätzliche Liquidität am Aktienmarkt sorgte die private Altersvorsorge, die im Rahmen der Zukunftsvorsorge durch den österreichischen Gesetzgeber gestärkt wurde. Der Trend wird sich noch fortsetzen. Neben einem anhaltenden Wachstum in Osteuropa ermöglichen auch die weiterhin positive Gewinnentwicklung der Unternehmen sowie Akquisitions- und Konsolidierungseffekte einen positiven Ausblick.

Der Turbo-Effekt

Mit Turbo-Zertifikaten kann man bereits in einem moderat ansteigenden Markt überdurchschnittliche Renditen erzielen. Turbo-Zertifikate bieten durch einen reduzierten Kapitalaufwand eine Hebelwirkung und bilden wie Futures die wertmäßige Veränderung des Basiswertes annähernd eins zu eins ab. Der Kurs eines Turbos bildet sich aus der Differenz zwischen Ausübungspreis und aktuellem Kurs des Basiswertes. Anders als bei Optionsscheinen kann man jedoch bei Hebelzertifikaten den Einfluss der Impliziten Volatilität vernachlässigen. Je näher der aktuelle Kurs des Index am Ausübungspreis notiert, desto größer ist der Hebeleffekt und damit auch das Risiko, dass das Zertifikat die Barriere berührt. Sollte der Kurs zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit die Barriere erreichen beziehungsweise unterschreiten, wird das Zertifikat vorzeitig ausgeübt. Die Emittentin stellt daraufhin den Restwert fest, der automatisch dem Depot des Anlegers gutgeschrieben wird.

ATX mit Hebel

Mit einem Knock-out-Zertifikat der Raiffeisen Centrobank kann der Anleger die zukünftigen Kurssteigerungen des ATX hebeln. Auf dem aktuellen Kursniveau besitzt das Long-Zertifikat ohne Laufzeitbeschränkung auf den ATX einen Hebel von fünf. Die Knock-out-Barriere liegt bei 2.827,42 Indexpunkten und damit 18 Prozent unter dem aktuellen Indexstand.

Artikel aus dem Österreich-Special der Ausgabe 43/2005

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