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- Werner Sperber - Redakteur

TUI und Gazprom im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau I

Börse Online glaubt an einen Höhenflug des Aktienkurses von TUI "Erster Klasse". Platow Emerging Markets verweist auf das Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin bezüglich Gazprom und rät dennoch zum Einstieg in den halbstaatlichen Gas-Export-Monopolisten. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse Online sehen gute Chancen für einen weiteren Anstieg des Aktienkurses von TUI. Der Anfang 2013 scheidende Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: "Wir werden unsere Jahresziele trotz europäischer Schuldenkrise erreichen." Demnach soll der Umsatz in dem Ende September ablaufenden Geschäftsjahr 2011/12 der Umsatz leicht steigen und das Konzernergebnis positiv sein. Die Zahlen sollen am 19. Dezember vorgelegt werden. Analysten empfehlen die Aktie mit einem Kursziel von mehr als acht Euro zum Kauf. Zwischen 6,00 und 6,30 Euro befindet sich ein waagerechter Unterstützungsbereich. Die Experten geben das Kursziel mit 8,50 Euro und den Stoppkurs mit 5,10 Euro an.

Änderungen in Musterdepots von Börse Online:

Stefan Otto, Betreuer des Nebenwerte-Musterportfolios, hat seine 2.500 Anteile von Evotec wohl mit Gewinn ausgebucht und durch 2.000 Aktien von Nanofocus zu drei Euro (Stoppkurs bei 2,30 Euro) ersetzt. Nun möchte er sich von seinen 270 Titeln von Amadeus Fire, den 1.000 Papieren von Drillisch und anscheinend auch den 540 Anteilen von i:FAO trennen und dafür Aktien von AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, H&R und Technotrans aufnehmen.

Daniel Saurenz, zuständig für das Zertifikate-Musterdepot, hat seine erst vergangene Woche eingebuchten 5.000 Call-Optionsscheine (WKN GS8 34E) auf den DAX ausgebucht, ebenso wie die 1.900 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 9CE) auf den deutschen Leitindex und die 1.200 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 2CW) auf den spanischen IBEX 35. Dafür hat er seinen 400 Zertifikaten (WKN DB3 XAG) auf Silber 95 weitere zu 26,27 Euro hinzugefügt und so den Misch-Einstandskurs für die nun 495 Anteile auf 24,85 Euro erhöht. Zudem hat er 5.000 Call-Optionsscheine (WKN GT1 4VJ) auf den DAX zu 3,57 Euro aufgenommen und 2.250 Inline-Optionsscheine (WKN SG3 HM1) auf den selben Basiswert zu 3,59 Euro.


Platow Emerging Markets: Gazprom = Russland = Putin   

EU -Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat Anfang September angekündigt, ein Kartellverfahren gegen Gazprom einleiten zu wollen. Gazprom missbrauche seine marktbeherrschende Stellung in Mittel- und Osteuropa und kassiere überhöhte Preise. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Gazprom Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Wladimir Putin, Präsident von Russland, verbot daraufhin Mitarbeitern von Gazprom und generell Mitarbeitern von strategisch wichtigen Unternehmen Informationen über Marktaktivitäten herauszugeben und befahl diesen russischen Untertanen bei Vertragsänderungen die Erlaubnis Putins einzuholen. Der Kreml-Herrscher ließ für seine Anordnungen ein Dekret von seinen Lakaien verfassen. Die Experten von Platow Emerging Markets übersetzen Putins Befehle: Wer sich mit Gazprom anlegt, bekommt es mit der russischen Regierung zu tun. Die EU ist auf die Lieferungen von Gas durch den russischen Gas-Liefermonopolisten angewiesen; insgesamt kommt ein Viertel des in der EU verbrauchten Gases von Gazprom. Russland ist allerdings auch auf die Devisen aus der EU angewiesen; Putin muss auch den gesunkenen Weltmarktpreis für Erdgas beachten. Aufgrund gesunkener Ausfuhren sank der Umsatz im ersten Quartal 2012 um sieben Prozent auf 1,2 Billionen Russische Rubel (29,3 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis brach aufgrund dieses niedrigeren Preises um 40 Prozent ein. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 23,5 Prozent auf fast 358 Milliarden Russische Rubel (8,73 Milliarden Euro). Der Aktienkurs änderte sich angesichts der schwachen Zahlen wenig, da diese bereits erwartet worden sind. Jüngst stieg die Notierung im Zuge der angekündigten Notenbanken-Geldschaffungen. Zudem dürfte Gazprom davon profitieren, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessert zu haben. Das Risiko nennenswerter Strafzahlungen bei einem möglichen Kartellverfahren ist überschaubar. Risikobereite Anleger sollten die Aktie von Gazprom mit einem Stopp bei 7,50 Euro kaufen.

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