TUI
- Thorsten Küfner - Redakteur

TUI: Diese Aussage kommt überraschend

Gestern konnten die Anteile des Reiseriesen TUI im Zuge der Meldung zu Thomas Cook noch kräftig zulegen. Während es heute mit den Papieren des britischen Rivalen stattliche sechs Prozent nach unten geht, schlägt sich die TUI-Aktie relativ wacker – obwohl es eine Aussage gab, die für alles andere als Rückenwind sorgt.

So rechnet die US-Luftfahrtbehörde FAA fest damit, dass sie das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max noch in diesem Jahr wieder aufheben kann. Die 737 Max werde definitiv vor dem Jahresende wieder fliegen, sagte der FAA-Sicherheitsexperte Ali Bahrami der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein genauer Zeitpunkt lasse sich aber nicht nennen, da die sicherheitsrelevanten Veränderungen an dem Flugzeugtyp noch geprüft würden.

Nach den zwei Abstürzen binnen weniger Monate und 346 Toten werde die "Max" ihren Liniendienst erst dann wieder aufnehmen, "wenn wir überzeugt sind, dass sie sicher ist", sagte Bahrami. Im Mai hatte der amtierende FAA-Chef Daniel Elwell den möglichen Zeitraum für das Flugverbot noch weiter gefasst: Sollte es ein Jahr dauern, bis die Behörde alles Nötige habe, um die Flugzeuge wieder fliegen zu lassen, "dann soll es so sein".

Bahrami zufolge nehmen derzeit Spezialisten die Anpassungen an dem Flieger, die Software, die Konstruktion und das Abschneiden in Flugtests unter die Lupe, wie er bei einer gemeinsamen Konferenz der FAA und der europäischen Luftfahrtbehörde EASA sagte.

Besonders die Software MCAS steht im Verdacht, für die Abstürze mitverantwortlich zu sein. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben. Die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren. In der Kritik steht auch die Zulassung des Fliegers durch die FAA selbst. An der derzeitigen Überprüfung sind daher auch viele ausländische Behörden wie die EASA beteiligt.

 

Länger als erwartet …
Nachdem lange Zeit offengehalten wurde, dass die 737-Max-Maschinen womöglich noch in diesem Sommer wieder genutzt werden können, kommt die Aussage der FAA durchaus überraschend.

Für TUI sind dies natürlich keine sonderlich guten Nachrichten. Aber zumindest bleibt die Hoffnung, dass Boeing seinen treuen Kunden entschädigen wird. Die TUI-Aktie bleibt jedenfalls ein heißes Eisen. Bereits investierte Anleger beachten nach wie vor den Stoppkurs bei 7,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

TUI: Was geschieht mit der Dividende?

Mit der Kursentwicklung der vergangenen Monate hatten die Anteilseigner des Touristikriesen TUI keinerlei Grund zur Freude. Als kleines Trostpflaster fungierte immerhin die hohe Dividende von zuletzt 0,70 Euro je Aktie. Doch wie sicher ist diese für das laufende Geschäftsjahr 2018/19, in dem der … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

TUI: Paukenschlag von Thomas Cook

Die über Monate hinweg gebeutelte Aktie des Touristikriesen TUI arbeitet weiter an einer Bodenbildung. Aktuell sieht es danach aus, als könnte es mit dem Kurs in dieser Woche weiter nach oben gehen. Denn gestern lief eine Meldung über die Ticker, welche die europäische Tourismusbranche in Aufruhr … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

TUI: Darauf müssen Anleger jetzt achten

Die Aktie des europäischen Touristikriesen TUI kann auch im heutigen Handel weiter zulegen. Damit entfernt sich der Kurs weiter von den zu Wochenbeginn markierten Mehrjahrestiefs. Dennoch bleibt das Papier natürlich weiterhin ein ganz heißes Eisen. DER AKTIONÄR verrät, auf welche Marken es jetzt … mehr
| Marion Schlegel | 0 Kommentare

TUI-Aktie: Ist der massive Sinkflug jetzt gestoppt?

Der Reisekonzern TUI hofft auf ein Ende des Flugverbots für die neuen Boeing-Mittelstreckenjets. Die Kosten durch das Startverbot schätzt TUI in ihren Berechnungen auf insgesamt rund 300 Millionen Euro. „Das haben wir so bis Ende September bewertet", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt der … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

TUI im freien Fall – aber es gibt noch Hoffnung

Gestern bestätigte der Touristikriese TUI, dass die wohl noch längeren Ausfälle der Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max das Konzernergebnis stärker, als noch im März erwartet, belasten wird. Demnach wird der Gewinn im Fiskaljahr 2018/19 wohl um rund 26 Prozent sinken. Aber es gibt Hoffnung für die … mehr