Unipetrol
- DER AKTIONÄR

Tschechien auf dem Vormarsch

Seit dem Tief im Jahr 2001 hat sich der Prager Leitindex PX versechsfacht. Das durchschnittliche KGV von 26 für 2007 zeigt, dass er kein Schnäppchen mehr ist. Dennoch haben Anleger auch in Zukunft Chancen. DER AKTIONÄR stellt die aussichtsreichsten Titel vor.

Die tschechische Wirtschaft boomt das fünfte Jahr in Folge. Jetzt schauen sich die Firmen in den Nachbarländern um – nach Übernahmezielen.

Seit dem Tief im Jahr 2001 hat sich der Prager Leitindex PX versechsfacht. Das durchschnittliche KGV von 26 für 2007 zeigt, dass er kein Schnäppchen mehr ist. Dennoch haben Anleger auch in Zukunft Chancen. DER AKTIONÄR stellt die aussichtsreichsten Titel vor.

Auf zum Bosporus

Der Pharmakonzern Zentiva hat frühzeitig erkannt, dass der Heimatmarkt mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern Grenzen hat. Daher hat der Generika-Hersteller in die Nachbarländer expandiert. Mittlerweile erwirtschaftet Zentiva 67 Prozent der Erlöse außerhalb Tschechiens. Durch die Übernahme der türkischen Eczacibasi für rund 460 Millionen Euro wird sich dieser Anteil weiter erhöhen. Zum einen betreten die Tschechen am Bosporus einen der am stärksten wachsenden Pharmamärkte weltweit. Zum anderen könnte Zentiva von der Türkei aus in den Nahen Osten expandieren. Umsatz und Gewinn sollen bis 2009 um durchschnittlich 20 Prozent pro anno wachsen.

Das Medienunternehmen CEM (Central European Media) gilt als Pionier im osteuropäischen Fernsehgeschäft. In Tschechien ist CEM mit den Sendern TV NOVA und Galaxie Sport vertreten. Das KGV von 23 für 2008 wird einerseits durch das überdurchschnittliche Gewinnwachstum relativiert – der Gewinn je Aktie soll sich binnen Jahresfrist nahezu verdoppeln. Andererseits erreicht CEM mit mehr als 20 Prozent eine außergewöhnlich hohe Nettomarge, was schon bald westliche Medienriesen hungrig machen könnte.

Erste Wahl beim Online-Banking

Die österreichische Raiffeisen International ist in Tschechien mit den Tochtergesellschaften eBanka und Raiffeisenbank vertreten, die noch 2008 zusammengeführt werden. Bereits jetzt sind sie die führenden Internetbanken im Land. Die gute Entwicklung der Geschäfte in Osteuropa – die Bilanzsumme der Raiffeisenbank stieg 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro – spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Aufgrund des erwarteten Gewinnwachstums von durchschnittlich 30 Prozent in den nächsten Jahren, dürfte die Aktie auch weiterhin besser laufen als der Gesamtmarkt. Die besondere Würze erhält das Papier durch Investitionen der Raiffeisen International auf dem Balkan, der Ukraine und zuletzt Russland – allesamt zukunftsträchtige Regionen im Bankengeschäft.

Die Aktie des Öl- und Chemiekonzerns Unipetrol hat vor wenigen Tagen den Widerstand bei 10,60 Euro überwunden. Für ein weiteres Anziehen des Kurses spricht insbesondere die Chartsituation. Zusätzliche Fantasie erschließt sich aus dem kürzlich gegründeten Joint Venture über ein Chemiewerk zur Herstellung von synthetischem Gummi mit der früheren Tochter Kaucuk. Die Analysten der RZB sehen in Unipetrol die interessanteste Ölfirma Osteuropas.

Zahlreiche Chancen in Tschechien

Trotz, oder gerade wegen der haussierenden Börse in Prag, ergeben sich zahlreiche Chancen in Tschechien. Konservative Anleger legen sich die Papiere von Zentiva und Erste Bank ins Depot. Risikofreudigere Investoren greifen auf CEM und Unipetrol zurück.

Kursziel des Bonuszertifikates auf den CTX: 33,00 Euro. Stopp: 24,50. WKN: GS7JL1.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/2007.

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