RWE
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Trotz Energiewende: RWE und Co setzen auf Braunkohle

Trotz der milliardenschweren Förderung erneuerbarer Energien ist die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle 2013 in Deutschland auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor. Demnach wurden 2013 über 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in Braunkohlekraftwerken erzeugt - 1990, als noch viele alte DDR-Meiler liefen, waren es knapp 171 Milliarden Kilowattstunden.

Die Grünen forderten von Union und SPD, dem Trend rasch entgegen zu wirken, er sei dramatisch für die Klimaschutzbilanz. "Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss dafür sorgen, dass immer weniger Strom aus der Braunkohle kommt", sagte die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn. "Der CO2-Ausstoß braucht einen entsprechenden Preis, damit sich klimaschonendere Gaskraftwerke durchsetzen können", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Die Braunkohlekraftwerke sind nach den Atomkraftwerken die entscheidenden Renditebringer von RWE und Co. Da werden auch die ganz alten Kraftwerke nicht abgeschaltet", so Höhn.

Insgesamt beförderte die Zunahme auch einen neuen Rekord beim Export von Strom - dieser lag bei rund 33 Milliarden Kilowattstunden. "Deutschland hat 2013 an acht von zehn Tagen mehr Strom exportiert als importiert. Das ist zu einem Großteil Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken", sagte der Strommarktfachmann Patrick Graichen von der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende.

"Energiewende-Paradox"

Energieexperte Graichen sprach vom "Energiewende-Paradox": Ausbau von Solar- und Windparks und dennoch steigende Kohlendioxid-Ausstöße. Die Ursache ist laut Graichen, dass der CO2-Ausstoß derzeit kaum etwas koste. "Der europäische Markt für Emissionsrechtezertifikate muss dringend repariert werden, um das zu ändern." Die Menge an Emissionsrechten müsse reduziert werden, um den CO2-Preis zu erhöhen.

E.on vor RWE

DER AKTIONÄR rät derzeit eher zum Kauf der E-on-Aktie als der von RWE. E.on setzt deutlich weniger stark auf die Braunkohle als RWE. Die Aktie hat Luft bis 18,50 Euro. Nach der jüngsten Korrektur entspricht dies einem satten Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent. Ein Stopp bei 12,50 Euro sichert ab.

Mit Material von dpa-AFX.

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